Praxis & Tipps | FAQ

Jan-Keno Janssen, Ulrike Kuhlmann

4K und Ultra HD

Antworten auf die häufigsten Fragen

UHD versus 4K

Ist „Ultra High Definition (UHD)“ und „4K“ das Gleiche?

c’t verwendet die beiden Begriffe synonym, auch wenn da tatsächlich ein Unterschied besteht: 4K, der ältere und gebräuchlichere Begriff, kommt aus der Kinotechnik und bezeichnet Auflösungen mit 4096 Pixel in der Breite (4 × 1024, also 4 × 1K) – der Kino-Standard ist auf 4096 × 2160 Pixel festgelegt. Alle UHD-Fernseher und die meisten 4K-Monitore nutzen einige Pixel weniger, nämlich 3840 × 2160.

4K schon reif

Kann man sich jetzt schon ein 4K-Gerät kaufen? Oder sollte man lieber noch warten, bis die Kinderkrankheiten auskuriert sind?

Wenn Sie bei TVs und Monitoren einige Dinge beachten, können Sie jetzt schon zugreifen.

4K- beziehungsweise Ultra-HD-Fernseher sollten unbedingt eine HDMI-2.0-Schnittstelle besitzen, denn damit bekommen Sie Signale mit 60 Bildern pro Sekunde in ultrahoher Auflösung ins TV-Gerät. Wichtig ist außerdem, dass der Fernseher den Kopierschutzmechanismus HDCP 2.2 unterstützt, sonst bleibt der Schirm bei vielen kommerziellen 4K-Inhalten schwarz. Last, but not least sollten Sie darauf achten, dass das Gerät den HEVC-Kodierungsstandard unterstützt (auch als H.265 oder MPEG-H Teil 2 bekannt), schließlich sind die meisten UHD-Videos mit diesem Codec komprimiert. Relevant ist das aber nur für 4K-Inhalte, die direkt im Fernseher dekodiert werden, also etwa bei Videos von USB-Stick, Filmen von Streaming-Apps wie Netflix und künftigen Ultra-HD-TV-Ausstrahlungen.

Bei 4K-Monitoren sollten Sie unbedingt auf DisplayPort-1.2-Kompatibilität achten. Nur damit erreichen Sie derzeit die bei Computern übliche Bildwiederholfrequenz von 60 Hz. Aber: Nur weil Grafikkarte und Monitor DP 1.2 unterstützen, garantiert das noch keine volle Funktion. Auch wenn das Problem bei aktuellen Monitoren weniger auftritt: Es gibt immer noch Geräte, die nur 30 Bilder pro Sekunde anzeigen; das ist auch zum Arbeiten unangenehm. Sie sollten deshalb vorher Monitor-Testberichte – zum Beispiel in der c’t – konsultieren.

Theoretisch können Sie auch HDMI 2.0 am Rechner nutzen, um Ultra-HD-Auflösung mit 60 Hz zu übertragen. Allerdings beherrschen dies derzeit nur ganz wenige Grafikkarten und Monitore.

Inhalte in 4K

Welche Inhalte gibt es denn überhaupt schon in 4K?

Das ist im Moment noch ein großes Problem: Um Filme oder Serien in 4K zu bewundern, gibt es zurzeit nur wenige Möglichkeiten. Eine davon ist der Kauf von Zusatzhardware, zum Beispiel der Abspielbox FMP-X5 von Sony oder der Film-Festplatte CY-SUC105 von Samsung. Letztere funktioniert ausschließlich mit Samsung-TVs. Die Platte enthält 8 vorinstallierte Spielfilme sowie 32 Dokumentationen und Kurzfilme in 4K-Auflösung. Erweiterbar ist das Gerät bislang nicht.

Sonys Abspielbox FMP-X5 streamt alle Inhalte aus dem Netz, Titel in 4K-Auflösung bietet hierzulande bislang aber nur der Streamingdienst Netflix. Der auf der FMP-X5 vorinstallierte Netflix-Client kann bereits mit 4K-Material umgehen. Mehr als eine Handvoll Filme sowie die TV-Serien „Breaking Bad“ und „House of Cards“ gibt es allerdings noch nicht. Die allerneuesten 4K-Fernseher können UHD-Netflix-Inhalte auch ohne Zusatzhardware abspielen.

Einfacher klappts mit Digitalfotos: Auch mit alten Kameras aufgenommene Bilder reichen aus, um den Auflösungssprung deutlich wahrzunehmen – schließlich haben 4K-Fotos „nur“ acht Megapixel. Aktuelle UHD-Fernseher können Digitalfotos in hoher Auflösung von USB-Datenträgern lesen.

Am PC macht 4K schon jetzt viel Spaß: Adleraugen arbeiten am großen Display ohne Skalierung und haben dann viermal so viel Platz wie bei einem Full-HD-Monitor. Wer es entspannter mag, vergrößert die Darstellung: Das klappt prinzipiell bei Windows, Mac OS und Linux; auch wenn etliche Programme noch Ärger machen. So zeigt Adobe-Software die Bedienelemente grundsätzlich unskaliert an – also in den meisten Fällen entschieden zu klein.

So gut wie alle von uns getesteten Spiele laufen ebenfalls in 4K – und sehen fantastisch aus. Allerdings erfordert der Auflösungssprung eine extrem schnelle Grafikkarte; brandaktuelle Titel mit Bombast-Grafik sind auch mit 300-Euro-Karten nicht flüssig mit maximaler Detailstufe in 4K spielbar.

Ultra-HD-Logo

Ich habe kürzlich an einem Fernsehgerät ein Ultra-HD-Logo gesehen. Stellt das Logo sicher, dass alles auf Anhieb funktioniert?

Jein. Das neue Logo „Ultra HD TV“ der Vereinigung DigitalEurope deckt bestimmte Minimalanforderungen ab. So muss ein Fernseher mindestens 3840 × 2160 Pixel anzeigen, HDMI 2.0 sowie den Kopierschutz HDCP 2.2 beherrschen und Ultra-HD-Videos mit 50 und 60 Vollbildern wiedergeben können. Die Geräte müssen an mindestens einem Eingang UHD-Signale in Auflösung und Bildwiederholrate unbeeinflusst bis zur Displayanzeige durchreichen – Displays mit alter Full-HD-Videoelektronik wie die ersten billigen 4K-TVs scheiden damit aus.

Allerdings dürfen die mit dem Logo ausgezeichneten TV-Displays bei UHD-Videos mit 50p/60p die 4:2:0-Farbunterabtastung nutzen. Als Farbraum genügt REC 709, der bereits seit PAL-Zeiten üblich ist. Die Audio-Anforderungen bewegen sich mit PCM 2.0 Stereo auf einem ähnlich (niedrigen) Niveau.

Eine Aussage zum eingebauten Decoder enthält das Logo leider nicht. Das wäre aber wichtig, um festzustellen, ob ein Gerät das für UHD verwendete H.265/HEVC-Verfahren beherrscht. Aktuell gibt es einige TVs, denen ein solcher Decoder fehlt. Hier müssen Sie also trotz UHD-Logo selbst nachfragen, ob der Fernseher einen HEVC-kompatiblen Decoder für 4K-Videos eingebaut hat. (jkj/uk)

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