FAQ: Android

Praxis & Tipps | FAQ

Stimmt es, dass in Deutschland Smartphones mit veraltetem Android-Betriebssystem angeboten werden?
Für die meisten Android-Smartphones in Deutschland gibt es noch kein Update auf die aktuelle Android-Version 2.1, und sogar die meisten Neuerscheinungen laufen noch mit Version 2.0, 1.6 oder sogar 1.5. Lange Zeit war das Google-Handy Nexus One das einzige Gerät mit Android 2.1, das offiziell aber noch gar nicht in Deutschland angeboten wird. Inzwischen gibt es mit dem HTC Legend und dem Motorola Milestone nun erste 2.1-Geräte in Deutschland, in den nächsten Wochen kommen das Acer Liquid e, das HTC Desire und weitere dazu. Für ältere Android-Smartphones wie das HTC Magic von Vodafone und das HTC Hero sind ebenfalls Updates auf 2.1 angekündigt, bis zum Redaktionsschluss waren diese aber nicht verfügbar.
Geräte mit älteren Versionen bringen die grundlegenden Android-Funktionen mit, es fehlen aber beispielsweise die Synchronisierung mit MS Exchange, Live-Hintergründe, die systemweite Spracherkennung und diverse Einstellmöglichkeiten. Außerdem haben die Entwickler die Bedienung optimiert sowie die Oberfläche aufgehübscht und erweitert. Dazu kommt, dass einige der im Android Market verfügbaren Apps nicht mit älteren Versionen kompatibel sind.
Ganz verlassen kann man sich auf die Funktionslisten aber nicht, denn zum einen haben einige Hersteller 2.1-Funktionen auch bei älteren Geräten nachgerüstet, zum anderen sind manche Neuerungen trotz Android 2.1 deaktiviert: Dem Motorola Milestone beispielsweise fehlt die systemweite Spracheingabe, das HTC Legend zeigt keine Live-Hintergründe.
Ich habe keine Lust mehr, auf ein offizielles Android-Update zu warten. Spricht etwas dagegen, inoffizielle Betriebssystem-Updates einzuspielen, die ich im Internet gefunden habe?
Zunächst sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass sich ein inoffizielles Betriebssystem in der Regel nur einspielen lässt, wenn sich das Smartphone im sogenannten Root-Modus befindet. Zudem werden meist die auf dem Gerät vorhandenen Daten überspielt. Wer diese Prozedur durchführt, verliert etwaige Gewährleistungsansprüche – und riskiert, dass sich das Smartphone im schlimmsten Fall in Elektroschrott verwandelt.
Im Internet sind mittlerweile viele negative Erfahrungsberichte über die inoffiziellen Android-Fassungen zu finden. Da diese Versionen meist für ein bestimmtes Modell vorgesehen waren und mehr oder minder gelungen an andere Geräte angepasst wurden, sind Instabilitäten keine Seltenheit. Eine gepatchte Milestone-Version sorgt bei einigen HTC-Handys zudem dafür, dass der Prozessor heiß läuft – was sich eventuell negativ auf die Lebensdauer des Geräts auswirkt.
Wenn ich im Android Market eine App kaufen möchte, erhalte ich immer nur eine sehr allgemein gehaltene Meldung, dass bei der Verarbeitung meiner Kreditkartendaten ein Fehler aufgetreten ist – obwohl nach Angaben meiner Bank mit meinem Konto alles in Ordnung ist.
Dieses Problem tritt vor allem bei Geräten auf, die nicht für den Vertrieb durch einen bestimmten Provider gebrandet wurden. Am leichtesten lässt es sich lösen, wenn Sie einen Account auf der Website des Dienstes Google Checkout (http://checkout.google.com) anlegen, über die die Einkäufe ja letztlich sowieso laufen. Verwenden Sie dabei die Mail-Adresse, über die Ihr Handy auch andere Daten wie Mail-Kontakte und Kalender-Einträge mit Google synchronisiert, dann können Sie bereits kurze Zeit später mit dem Kauf von Android-Apps beginnen.
Ich habe im Internet von einer tollen App gelesen. Ich kann das Programm aber einfach nicht finden. Was mache ich falsch?
Sie machen überhaupt nichts falsch. Wenn Sie den Android Market ansteuern, erhalten Sie nämlich nicht die komplette Übersicht aller verfügbaren Apps, sondern vielmehr eine gefilterte Liste. So kann es beispielsweise sein, dass Ihnen Anwendungen verborgen bleiben, die mit Ihrer Android-Fassung nicht funktionieren. Vor allem aber gelangen Sie lediglich in den Teil des Marktes, der für Ihre Region bestimmt ist.
Einige Apps finden Sie alternativ auf den Webseiten der Entwickler oder in Freeware-Verzeichnissen. Die Programme liegen als sogenannte APK-Pakete vor, die Sie direkt, via USB oder (beispielsweise über eine FTP-Client-App) per WLAN auf die Speicherkarte des Smartphones kopieren können. Die Installation lässt sich bequem durch Aufrufen des APK-Pakets starten. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass Sie einerseits unter Einstellungen/Anwendungen „Unbekannte Quellen – Installation von Nicht-Market-Anwendungen zulassen“ aktiviert und andererseits einen Dateimanager installiert haben, mit dem Sie die APK-Datei überhaupt erreichen.
Sie sollten schließlich noch beachten, dass die manuell installierten Apps gewöhnlich nicht im Android Market auftauchen, sodass Sie dort auch nicht unter „Downloads“ über vorhandene Updates informiert werden und Sie ein solches darüber auch nicht starten können.
Ich habe mir im Market ein Spiel gekauft, von dem es leider keine freie Testversion gab, die ich vorher hätte ausprobieren können. Nun ist das Programm auf meinem Handy aufgrund von Grafikfehlern nicht spielbar. Was kann ich tun?
Das ist kein Problem. Zwar sieht das deutsche Fernabgabegesetz bei den auf dem von Google betriebenen Android Market gehandelten Dateien und Software kein Widerrufs- beziehungsweise Rückgaberecht vor. Das Unternehmen räumt seinen Kunden allerdings gemäß § 2.1 seiner allgemeinen Geschäftsbedingungen (zu finden unter www.google.com/intl/de_at/mobile/android/market-policies.html) innerhalb von 24 Stunden nach Abschluss des Vertrages die Möglichkeit ein, vom Kauf zurückzutreten. In dieser Zeit steht Ihnen in Ihrem Benutzer-Interface im Market unter „Downloads“ und nach der Auswahl des gekauften Artikels eine entsprechende Option zur Verfügung. Wenn Sie diese nutzen, werden etwaig schon bezahlte Beträge zurückerstattet. (acb/nij)

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