Praxis & Tipps | FAQ

Christof Windeck

Backup und Datensicherung

Antworten auf die häufigsten Fragen

Tipps für Sicherheitskopien

In vielen c’t-Artikeln lese ich, wie wichtig Backups sind. Wie gehe ich denn nun am besten vor?

Jedes System dient anderen Zwecken, jeder Nutzer arbeitet unterschiedlich – daher gibt es keine genaue Anleitung, die immer passt. Es gibt aber grundsätzliche Tipps, an denen Sie sich orientieren können:

 Tun Sie es: Der gute Vorsatz genügt nicht, Sie selbst müssen regelmäßig Backups erstellen. Wie und auf welche Medien Sie speichern, ist zweitrangig – irgendeine Kopie ist im Ernstfall besser als gar keine. Viele Nutzer finden externe (USB-3.0-)Festplatten praktisch. Vielleicht genügt es Ihnen aber schon, wichtige Dokumente an die eigene Web-Mail-Adresse zu schicken. Denken Sie auch an Daten im Smartphone, auf Digicam-Karten und USB-Sticks.

 Hürden abbauen: Wählen Sie eine Lösung, die möglichst wenig Disziplin erfordert. Idealerweise sichert eine Backup-Software jeden Tag automatisch, ohne dass Sie eingreifen müssen. Sehr praktisch sind Netzwerkspeicher (NAS) oder Cloud-Dienste wie Dropbox oder Microsoft SkyDrive. Wenn Sie mit USB-Medien hantieren, erleichtern Sie sich deren Anschluss, etwa mit einem USB-Hub auf dem Schreibtisch. Falls Sie nach einiger Zeit Backup-müde werden, vereinfachen Sie Ihre Strategie.

 Wiederherstellung testen: Spielen Sie die Wiederherstellung Ihrer Daten durch, solange Sie nicht darauf angewiesen sind. Gute Backup-Software prüft eine soeben angefertigte Sicherungskopie auf Identität mit der Quelle (Verifikation). Wenn Sie Daten über einen langen Zeitraum archivieren, kontrollieren Sie ab und an die Qualität der Speichermedien, vor allem bei selbstgebrannten CDs und DVDs.

 Bedienfehler abfangen: Daten fallen weitaus häufiger schusseligen Anwendern zum Opfer als Hardware-Defekten oder Viren. Mit einer guten Backup-Strategie stellen Sie nicht nur den zuletzt gesicherten Datenbestand wieder her, sondern ältere Versionen ebenfalls. Nutzen Sie auch die eingebauten Möglichkeiten des Betriebssystems. Falls Sie verschlüsselte Daten sichern oder das Backup verschlüsseln, schreiben Sie sämtliche Passwörter auf und verwahren Sie sie sicher.

 Sicherungen schützen: Schotten Sie Backups vom Arbeitssystem ab, damit sie nicht Opfer eines Virus oder eines falschen Mausklicks werden. Eine automatische Spiegelung der Daten, etwa per RAID 1, reicht deshalb nicht aus. Sichern Sie nicht nur auf interne Festplatten. Trennen Sie externe Medien nach dem Backup vom PC. Schützen Sie den Zugriff auf die zur Sicherung verwendete NAS-Freigabe mit einem Passwort, welches nur die Backup-Software speichert. Nutzen Sie Backup-Medien nicht noch für andere Zwecke.

 Backup fürs Backup: Schaffen Sie eine Rückversicherung für den Fall, dass ein Medium kaputtgeht. Nötig sind mindestens zwei, die Sie reihum auf den aktuellen Stand bringen. Mit dieser Strategie konservieren Sie gleichzeitig ältere Versionen Ihres Datenbestands.

 Sicherungen auslagern: Schützen Sie Ihre Daten auch vor Diebstahl, Feuer oder Wasserschäden: Bringen Sie regelmäßig eine Sicherung an einen anderen Ort, etwa zu Verwandten, in Ihr Büro oder via Internet.

Festplatten-Lebensdauer

Funktionieren Festplatten nach fünf Jahren Lagerzeit sicher noch?

Für normal benutzte interne Festplatten nennen die Hersteller Ausfallwahrscheinlichkeiten von 0,3 bis 0,9 Prozent pro Betriebsjahr unter idealen Bedingungen. Nach drei Jahren sind also mindestens 1 bis 3 Prozent aller Platten defekt. In der Praxis sind es weitaus mehr, weil Fehlerquellen wie höhere Temperaturen, Stürze oder Verlust hinzukommen. Selbst wenn aber nach drei Jahren 99,99 Prozent aller Festplatten noch laufen würden, nützt Ihnen das nichts, wenn genau Ihre ausfällt. Deshalb brauchen Sie mehr als ein Backup.

Angaben zur maximalen Lagerdauer veröffentlicht nach unserem Kenntnisstand kein Festplattenhersteller. Ein Anhaltspunkt sind die jeweils gewährten Garantiefristen von 3 bis 5 Jahren, jedenfalls bei sehr sorgfältiger Behandlung: keine harten Stöße bei Einbau und Transport, kühle und trockene Lagerung. Wir raten dazu, die Funktion der Platten alle 1 bis 2 Jahre zu prüfen. Wer befürchtet, dass einzelne Sektoren nach längerer Zeit nicht mehr lesbar sind, kopiert Daten ab und zu auf eine andere Platte – etwa dann, wenn neue Laufwerke mit mehrfach höherer Kapazität erhältlich werden.

Flash-Speicher fürs Backup

Wie lange speichern USB-Sticks und Solid-State Disks sicher Daten?

In USB-Sticks, SD-Karten und SSDs stecken NAND-Flash-Speicherchips. Deren Datenblätter nannten früher Zeiträume von 10 Jahren für die „Data Retention Time“. Für aktuelle Multi-Level-Cell-(MLC-)NAND-Flashes mit der hundert- oder tausendfachen Kapazität und viel kleineren Strukturen finden sich keine öffentlichen Datenblätter mehr. Die Hersteller von USB-Sticks und SD-Karten lassen sich bei den meisten Produkten nicht auf konkrete Angaben zur Datenerhaltung festnageln. Toshiba nennt für SSDs „drei bis fünf Jahre“ Datenerhaltungszeit, also ebenso lange, wie „man es auch für Festplatten allgemein erwartet“.

Moderne SSDs sind nicht dafür ausgelegt, Daten möglichst lange zu speichern. Entwicklungsziele sind vielmehr höhere Kapazität, maximale Datentransferraten und kurze Latenzen. Der JEDEC-Standard JESD218 verlangt von SSDs für Desktop-PCs und Notebooks nur 1 Jahr Datenerhaltung im stromlosen Zustand bei 30 °C. Für Backups sind deshalb Festplatten besser geeignet. (ciw)

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