Praxis & Tipps | FAQ

Andrea Trinkwalder

Bildverwaltung und Metadaten

Antworten auf die häufigsten Fragen

IPCT Core, IPTC IIM und XMP

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen IPTC und XMP?

Spricht man von IPTC, meint man in der Regel einen Datensatz, der umfangreiche Beschreibungen etwa zu Bildinhalt, Urheber, Copyright, Aufnahmeort et cetera enthalten kann. Dieser Standard wurde vom International Press and Telecommunications Council (IPTC) entwickelt, die ursprüngliche Fassung firmiert unter IPTC-IIM (Information Interchange Model). Dieser wurde im Jahr 2005 abgelöst durch das auf moderne Anforderungen zugeschnittene IPTC Core, das wiederum Bestandteil der von Adobe entwickelten Extensible Metadata Platform (XMP) ist. XMP ist ein Metadaten-Container, der außer IPTC Core auch herstellerspezifische IPTC-Erweiterungen sowie die Aufnahmedaten der Kamera (EXIF) oder die Filterparameter von Raw-Konvertern enthalten kann. Sowohl IPTC-IIM als auch XMP können direkt in Bilddateien wie JPEG oder TIFF eingebettet werden, liegen aber in unterschiedlichen Bereichen des Datei-Headers. Hier können also Ungereimtheiten zwischen IPTC-IIM und IPTC Core entstehen.

Metadatenaustausch

Fast jede Software bietet Felder für Stichwörter, Bildunterschriften, Bewertungen oder Farbmarkierungen. Sind die untereinander kompatibel?

Probleme gibt es häufig mit Farbmarkierungen, während Stichwörter, Beschreibung und Sternchen-Bewertung meist kompatibel sind. Aber man sollte nicht blind darauf vertrauen. Benutzen Sie zum Verschlagworten am besten nur ein oder zwei Anwendungen, die Sie vorher intensiv mit Ihren Bildern und Ihrem bevorzugten Workflow getestet haben: also etwa einen Bildbetrachter und eine Bilddatenbank. Diese sollten sämtliche Metadaten im XMP-Format speichern können. In Bildformate wie JPEG oder TIFF wird XMP direkt eingebettet, für Raw-Formate wird in der Regel eine Begleitdatei mit der Endung .xmp angelegt. Übersichten von IPTC und Wikipedia helfen bei der Wahl XMP-kompatibler Software. Außerdem haben wir in c’t 19/14 gängige Bilddatenbanken getestet. Sehr gut schnitten hier Lightroom, IMatch und Photo Supreme ab (siehe Link am Ende des Artikels). Um Metadaten aller Art zu inspizieren oder stapelweise zu ändern, bietet sich das ExifTool von Phil Harvey an.

XMP-Daten im Web

Bei meinen veröffentlichten Bildern sollen zumindest Stichwörter, Bildbeschreibung und Copyright-Informationen zu sehen sein. Welche Dienste zeigen die Metadaten an?

IPTC- und Copyright-Informationen werden etwa auf 500px und Flickr angezeigt, Google+ veröffentlicht vor allem die EXIF-Daten. Wer die Bilder per Download und „Speichern unter“ extern verwerten möchte, erhält sie bei Google+, Flickr und der Dropbox auch mitsamt den Metadaten zurück. Eine Übersicht bietet die IPTC (Stand Juni 2013).

Datenbank auf dem NAS

Ich möchte gerne meine Datenbank aufs NAS legen, weil ich Fotos mal vom Rechner und mal vom Notebook aus bearbeite. Welche Datenbanken eignen sich dafür, geht das zum Beispiel auch mit Lightroom?

In Lightroom können Sie zwar die verwalteten Fotos, nicht aber die Datenbank zentral auf Ihrem NAS ablegen. Es gibt allerdings einen Workaround: Teile der Datenbank lassen sich über „Datei/Als Katalog exportieren“ extern bearbeiten und anschließend wieder mit Ihrem Bestand abgleichen.

Alternativ müssen Sie eine netzwerkfähige Datenbank nutzen. Kandidaten hierfür wären etwa IMatch oder die Server-Version von Photo Supreme. Diese Art der Nutzung kann allerdings zu Lasten der Geschwindigkeit gehen. Selbst eine schnelle, stabile Netzwerk-Verbindung ist kein Garant für hohen Durchsatz, denn manch preisgünstiger Heim-Server ist eher auf Archivierung und Streaming ausgelegt und kommt mit den zahlreichen kleinen Lese- und Schreibzugriffen schlechter zurecht als die lokale Platte.

Photoshop-Elements-Metadaten exportieren

Im Artikel über das herstellerunabhängige Bildarchiv habe ich Photoshop Elements vermisst. Wie steht es denn um die Umzugstauglichkeit der hier eingegebenen Daten?

Im Prinzip ist Photoshop Elements vorbildlich dafür gerüstet: Es liest Metadaten – Stichwörter, Bewertung und Bildbeschreibung – aus XMP-Feldern sowie -Begleitdateien und schreibt die vom Anwender eingegebenen Daten auch dorthin. Weniger gerne teilt es die Früchte seiner eigenen Arbeit, etwa (halb-)automatisch vergebene Face Tags. Sie gelangen nur als einfache Stichwörter – also ohne Markierungsrechteck – nach außen.

Face Tags exportieren

Und welche Datenbanken speichern dann die Face Tags im XMP?

An der korrekten Speicherung feilen Gremien und Hersteller noch. IMatch oder Photo Supreme speichern Gesichter mitsamt Markierung gemäß den Empfehlungen der Metadata Working Group (MWG) – sowohl beim Einbetten in Bildformate wie JPEG und TIFF als auch als XMP-Begleiter von Raws. Hierfür sind die XMP-Erweiterungen RegionName und RegionType vorgesehen. Picasa von Google bettet die Informationen nur in JPEG ein; es schreibt generell keine XMP-Begleiter. Die MWG-Mitglieder Microsoft und Adobe halten sich kurioserweise nicht an ihre eigenen Empfehlungen. Microsoft etwa legt für Personennamen eine eigene IPTC-Erweiterung namens RegionPersonDisplayName an. Picasa interpretiert sie beim Bildimport trotzdem.

Auch die IPTC hat jetzt eine Implementierung vorgestellt, mit der sich Personen und Produkte detailliert beschreiben und über eine ID eindeutig zuordnen lassen sollen: über die IPTC-Erweiterungen PersonInImage, ProductInImage sowie DigitalImageGUID. (atr)

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weiterführende Links

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