Praxis & Tipps | FAQ

Dr. Oliver Diedrich

CyanogenMod

Antworten auf die häufigsten Fragen

CyanogenMod und Android

Was ist eigentlich CyanogenMod?

CyanogenMod ist ein so genanntes Custom ROM, eine alternative Android-Version, die aus den Quelltexten von Google entsteht. Die CM-Entwickler nehmen den Android-Code, erweitern ihn um einige zusätzliche Features und passen ihn auf eine Vielzahl von Smartphones und Tablets an.

Vorteile

Warum sollte ich CyanogenMod oder ein anderes Custom ROM auf meinem Android-Gerät installieren?

Die Hersteller von Android-Smartphones mit Ausnahme von Google sind langsam beim Bereitstellen neuer Android-Versionen; für ältere Geräte gibt es gar keine Updates mehr. So hat Samsung das weitverbreitete Galaxy S lediglich auf Android 2.3.6 aktualisiert; der Nachfolger S2 hat Android 4.1.2 als letztes Update erhalten. CyanogenMod stellt für beide Geräte CM 10.1.3 auf Basis von Android 4.2.2 zur Verfügung; CM 10.2 (Android 4.3) ist bereits als Entwicklerversion erhältlich.

Ein weiteres Argument für Custom ROMs: Die Gerätehersteller packen ihre Android-Versionen voll mit zusätzlichen Apps und Diensten, die die meisten Anwender gar nicht nutzen wollen. Bei Samsung beispielsweise sind das neben dem eigenen Touchwiz-Launcher, der unter „Geschmackssache“ fällt, unter anderem die Bild-App, Samsungs ChatOn-Programm sowie eine zweite, redundante Spracherkennung. All das wird man mit einem Custom ROM los.

Zudem gibt es in Custom ROMs keine „Unfeatures“ wie SIM Locks oder Region Locks. Stattdessen bietet CyanogenMod zusätzliche Einstellmöglichkeiten und nützliche Zusatz-Features wie root-Zugriff auf das System und einen Privacy Guard, der verhindert, dass Apps persönliche Daten auslesen.

Nachteile

Gibt es auch Nachteile?

Bei der CM-Installation wird das Smartphone oder Tablet auf die Werkseinstellungen zurückgesetzt. Auf manchen Geräten unterstützt CyanogenMod die Hardware nicht perfekt; so lässt sich beispielsweise in vielen Smartphones das UKW-Radio nicht nutzen. Die Laufzeit vor allem im Standby und auch der Mobilfunkempfang kann schlechter sein als mit dem Hersteller-Android; wir haben mit CyanogenMod aber auch schon verbesserte Laufzeiten gesehen.

Geräte

Läuft CyanogenMod auf meinem Gerät?

Die CM-Entwickler pflegen eine Übersicht der unterstützten Geräte, die Sie nach Herstellern filtern können. Wenn ein Gerät dort nicht auftaucht, gibt es manchmal inoffizielle CM-Portierungen, die nicht unbedingt schlechter sind als die offiziellen. Der aktuelle Stand der Custom-ROM-Entwicklung für ein bestimmtes Gerät ist in den Entwicklerforen auf Xda-Developer dokumentiert. Die Links finden Sie über den c’t-Link unten.

Versionen

Google hat gerade Android 4.4 angekündigt. Wieso ist CyanogenMod schon bei Version 10.2 angekommen?

Die CM-Entwickler orientieren sich bei ihrer Versionierung nicht an den Android-Versionsnummern, sondern am ersten Buchstaben des Codenamen: CyanogenMod 7 entsteht aus den Quellen von Gingerbread (Android 2.3); CM 9 basiert auf Ice Cream Sandwich (Android 4). Jelly Bean (Android 4.1, 4.2 und 4.3) wird zu CyanogenMod 10, 10.1 und 10.2. Das frisch angekündigte KitKat (Android 4.4) dürfte zu CM 11 werden.

Es gibt CyanogenMod in verschiedenen Reifegraden: Nightly Builds werden (fast) jede Nacht automatisiert aus den aktuellen Quelltexten erstellt. Vor allem zu Beginn der Entwicklung einer neuen CM-Version können Sie noch grobe Fehler enthalten und sind daher lediglich abenteuerlustigen Naturen für den Alltag zu empfehlen. Release Candidates (RC) und stabile Versionen taugen fürs Immer-dabei-Smartphone; die alle paar Wochen veröffentlichten M (Monthly) Snapshots nehmen eine Zwischenstellung ein. (odi)

Installation

Wie installiert man CM?

Die Installation ist geräteabhängig; die CyanogenMod-Entwickler liefern für jedes unterstützte Gerät eine Installationsanleitung. Generell benötigt man ein alternatives Recovery-System (häufig ist das ClockWorkMod Recovery, kurz CWM), aus dem heraus das Image mit dem Custom ROM installiert wird. Einige Geräte muss man rooten, um das Recovery-System installieren zu können; bei anderen spielt man es in einem speziellen Fastboot- oder Download-Modus mit einem gerätespezifischen Programm vom PC aus auf. Bei einigen Geräten muss zuvor der Bootloader entsperrt werden. In c’t 18/13 haben wir die verschiedenen Wege exemplarisch an einigen Smartphones vorgeführt. (odi)

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weiterführende Links

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