Praxis & Tipps | FAQ

Jan Schüßler

Internetradio im Selbstbau

Antworten auf die häufigsten Fragen zum Projekt aus c’t 18/13, Seite 130

Schlauere Stromversorgung fürs Smartphone

Ich möchte keinen Linearregler à la LM7805 für die 5-Volt-Versorgung des Telefons nehmen, weil der zu viel Leistung als lästige Wärme verbrät, die vielleicht auch noch einen Lüfter erfordert. Spricht etwas gegen ein effizienteres Schaltregler-Modul?

Nein, solange Ein- und Ausgang des Moduls sauber gefiltert sind. Wenn der Hersteller daran gespart hat, produziert der Baustein hochfrequente Störsignale. Die reicht der Verstärker an die Lautsprecher durch, was sich als lästiges Fiepen, Sirren oder Zirpen äußern kann. Das hat unter HiFi-Freunden zu dem Motto geführt, dass Schaltregler in analogen Audiokomponenten nichts zu suchen haben – in der Praxis ist es allerdings nicht ganz so dramatisch.

Eine gängige Empfehlung sind fertig aufgebaute Module mit LM2596-Schaltregler und einstellbarer Ausgangsspannung. Man bekommt die briefmarkengroßen Platinchen ab rund 3 Euro im Internet, zum Beispiel bei Ebay. Eine kompaktere, aber teurere Alternative sind Drop-in-Schaltregler, die bei gleicher Pinbelegung und ohne weitere Beschaltung einen herkömmlichen LM7805-Linearregler ersetzen können. Hier kommt zum Beispiel der TSR-1 2450 des Herstellers Traco in Frage, der mit knapp 7 Euro allerdings deutlich teurer ist als ein regulärer 7805 (30 Cent). Beide Schaltregler produzierten bei einem kurzen Test in unserem Internetradio keinerlei hörbare Störgeräusche – je nach Modul-Hersteller kann es Ihnen aber passieren, dass Sie ein fiependes Exemplar erwischen.

PC-Netzteil als Stromquelle

Und was ist mit einem ausrangierten PC-Netzteil?

Ein PC-Netzteil kann man wie im Artikel vorgeschlagen prinzipiell durchaus nutzen. Allerdings ist damit das Risiko von Störgeräuschen hoch. Wer es ausprobieren möchte, sollte nicht nur genau wissen, was er tut, sondern muss auch einen kleinen Eingriff vornehmen: Die üblicherweise grüne PS-ON-Leitung im ATX-Hauptstrang muss mit der Masseleitung verbunden werden, damit das Netzteil startet.

Selbst wenn weder störendes Zirpen aus dem Verstärker noch Geräusche aus der Netzteilelektronik kommen: Viele „Silent“-Netzteile geben ein leises, aber wahrnehmbares Lüfterrauschen von sich.

Dass das Internetradio im Vergleich zu einem PC kaum Strom verbraucht, macht die Sache nicht besser. Denn bei extrem kleinen Lasten arbeiten PC-Netzteile besonders ineffizient, typischerweise nur mit 50 Prozent Wirkungsgrad. So verpufft die Hälfte der vom Stromnetz gezogenen Leistung als Abwärme im Netzteil. Deshalb dürfte die Lösung mit einem Steckernetzteil und dem vorn beschriebenen 12-auf-5-Volt-Schaltregler unter dem Stromrechnungsstrich günstiger sein.

Stromverbrauch

Wie viel Leistung nimmt so ein selbstgebautes Internetradio auf?

Das können wir pauschal nicht sagen, denn es kommt darauf an, welche Komponenten Sie einbauen.

Das in c’t 18/13 vorgestellte Radio nimmt im Leerlauf primärseitig rund 5 Watt auf, wenn es mit dem oben gezeigten Schaltregler bestückt ist und ein HTC Wildfire als Steuereinheit enthält.

Bei Zimmerlautstärke ändert sich die Leistungsaufnahme kaum; bei maximaler Lautstärke haben wir rund 10 Watt gemessen.

Akkubetrieb

Kann ich das Internetradio auch mobil mit einem 12-Volt-Akku betreiben?

Klar! Ein 12-Volt-Akku mit 6 Amperestunden liefert Energie für bis zu 15 Stunden, je nach Lautstärke. Aber er wiegt auch gerne zwei bis drei Kilogramm.

Ein/Aus-Knopf

Sollte man beim Einbau eines Android-Smartphones nicht dessen Ein/Aus-Schalter zugänglich machen, damit man das Handy gezielt schlafen legen oder wecken kann?

Das kommt auf die Einstellungen an. Beim Betrieb am Stromnetz ist der Schalter entbehrlich, wenn man in den Android-Systemeinstellungen festlegt, dass das Display bei aktiver USB-Stromversorgung niemals abgeschaltet werden soll. Muss das Radio einmal längere Zeit ohne Netzstrom auskommen, wird aber der Akku leerlaufen. Bootet das Handy nach Wiederkehr der Spannungsversorgung automatisch, kann die Ein/Aus-Taste getrost versteckt bleiben. Andernfalls brauchen Sie Zugriff darauf, sofern Sie nicht jedes Mal die Frontplatte entfernen möchten, um an den Schalter zu kommen.

Die einfachste Methode dafür ist ein unauffälliges, dünnes, eventuell leicht schräg gebohrtes Loch in der Frontplatte an der richtigen Stelle. Dann können Sie das Smartphone im Notfall mittels einer aufgebogenen Büroklammer starten – ähnlich wie sich ein DVD-Laufwerk ohne Stromversorgung händisch öffnen lässt.

Wer häufig Zugriff braucht, wird eine praktischere Konstruktion bevorzugen. Die handwerklich einfachste Lösung für ein mechanisches Schaltelement dürfte ein Drehknopf in der Radio-Frontplatte sein, der einen kleinen Hebel auf die Einschalttaste drückt. (jss)

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