Praxis & Tipps | FAQ

Jan-Keno Janssen

LED-Projektoren

Antworten auf die häufigsten Fragen

Kein Lampentausch

Ich möchte mir einen neuen Beamer kaufen. Eine Bekannte hat mir gesagt, dass da nur ein LED-Beamer in Frage kommt, weil man bei normalen Beamern ständig die sauteuren Lampen tauschen muss. Stimmt das?

Ihre Bekannte hat insofern recht, dass man bei konventionellen Projektoren die Lampe austauschen kann. Bei LED-Geräten ist die Lichtquelle dagegen fest eingebaut. Ansonsten ist ihre Aussage mit Vorsicht zu genießen. Die Hochdrucklampe eines aktuellen Projektors muss nach 3000 bis 5000 Stunden ausgetauscht werden, die Lichtquelle eines LED-Geräts hält dagegen 10 000 bis 20 000 Stunden (zumindest sagen das die Hersteller, überprüfen konnten wir es noch nicht).

Wenn man von einer Nutzung von zwei Stunden pro Tag an fünf Tagen der Woche ausgeht, würde die Lampe eines konventionellen Beamers fast sechs Jahre lang halten (bei 3000 Stunden Lebensdauer). Eine neue Lampe kostet, je nach Hersteller, zwischen 80 und 400 Euro. Da man für die Anschaffung eines LED-Projektors meist doppelt so viel Geld auf den Tisch legen muss wie für einen ähnlich ausgestatten Lampenbeamer, zahlen Durchschnittsanwender bei einem LED-Gerät zurzeit drauf.

Die Vorteile

Ist das Besondere an LED-Beamern nur die längere Lebensdauer der Lichtquelle? Oder haben die noch andere Vorteile?

LED-Projektoren erreichen schon kurz nach dem Einschalten ihre maximale Helligkeit, bei Lampengeräten dauert das einige Minuten. Außerdem müssen LED-Beamer nach dem Ausschalten meist nicht nachlüften, man kann sie deshalb direkt vom Netz trennen und einpacken.

Ein weiterer Vorteil ist die kompakte Größe: Viele LED-Projektoren passen anders als die meisten Lampenbeamer problemlos in die Aktentasche. Und: LED-Geräte sind unserer Erfahrung nach robuster als konventionelle Projektoren. Lampenbeamer reagieren empfindlich auf Erschütterungen, besonders im laufenden Betrieb kann bei grober Behandlung die Lichtquelle kaputtgehen. LCD-Projektoren haben einen weiteren wunden Punkt: Verschiebt sich durch Stöße die Position der drei Bildpanels oder des Prismas, kommt es zu Farbfehlern im Projektionsbild. Last, not least enthalten LED-Lichtquellen anders als Beamerlampen kein giftiges Quecksilber.

Die Nachteile

Was sind die Nachteile von LED-Projektoren?

Der größte Nachteil ist die grundsätzlich geringere Helligkeit. Während die günstigsten zurzeit erhältlichen konventionellen Beamer (um 250 Euro) mindestens mit 2800 Lumen spezifiziert sind, erreichen die wenigsten LED-Geräte mehr als 1000 Lumen, kosten aber deutlich mehr als 250 Euro. So gehört Acers K137 mit seinen spezifizierten 700 Lumen – im c‘t-Labor haben wir nur 589 gemessen – beispielsweise schon zu den helleren LED-Vertretern und kostet happige 500 Euro. In der 300-Euro-Klasse darf man nicht mehr als 150 Lumen erwarten. Für großflächige Projektionen in nicht abgedunkelten Räumen ist das viel zu wenig. Die handygroßen Pico-Beamer (zwischen 100 und 200 Euro) schaffen mit ihren 10 bis 20 Lumen sogar nur ein DIN-A-4- bis -A5-großes Projektionsbild. Eine Besonderheit sind sogenannte Hybrid-Projektoren, die neben einer LED auch eine Laserdiode als Lichtquelle einsetzen. Diese sollen ähnlich hohe Lebensdauern wie reine LED-Beamer erreichen, erzielen aber ebenso hohe Lichtströme wie konventionelle Projektoren. Dafür sind sie allerdings auch rund doppelt so teuer wie herkömmliche Geräte.

Ein weiterer Nachteil ist das laute Lüftergeräusch – denn anders als landläufig angenommen, werden auch LEDs extrem heiß. Je größer das Projektorengehäuse, desto leiser kann man es kühlen; da sind die kleinen LED-Beamer klar im Nachteil. Während günstige Lampenbeamer im Schnitt mit 2,5 Sone (heller Modus) und 1,5 Sone (gedrosselter Lampenmodus) rauschen, nerven die LED-Varianten mit einer Lautheit von bis zu 3,9 Sone. Die uns bekannten Pico-Beamer arbeiten glücklicherweise ohne aktive Kühlung. Sie sind nicht so hell und werden deshalb nicht sonderlich heiß.

Schräge Pixel

Ich habe meinen konventionellen Projektor durch ein LED-Gerät ersetzt. Obwohl beide Beamer mit einer Auflösung von 1280 × 800 Pixeln arbeiten, kommt mir das LED-Bild irgendwie pixeliger vor. Kann das sein?

Ja, das kann sein. Einige LED-Projektoren nutzen DLP-Spiegelpanels, bei denen die Pixel nicht schachbrettartig, sondern in Rhombenform im 45-Grad-Winkel angeordnet sind. Das führt besonders bei Schriftdarstellung zu ausgefransten Kanten (siehe Foto). Texas Instruments, der Hersteller dieser DLP-Panels, erklärte uns auf Anfrage, dass die „Diamond-Pixel“-Architektur Vorteile bei der Helligkeit bringe. Außerdem ließen sich damit flachere Projektoren bauen.

Farbblitzer

Mich stören bei konventionellen DLP-Projektoren diese komischen Farbblitzer. Gibt es die bei LED-Beamern mit DLP-Technik auch?

Ja, leider schon. DLP-Projektoren mit einem Panel – das sind alle im drei- oder vierstelligen Preisbereich – produzieren Farben nicht gleichzeitig, sondern nacheinander. Bei konventionellen DLP-Beamern sorgt dafür ein drehendes Glasrad mit farbigen Segmenten: Befindet sich das grüne Segment im Lichtweg, werden die grünen Bildanteile projiziert und so weiter. LED-DLP-Beamer haben zwar kein Farbrad, erzeugen die Farben aber dennoch nacheinander – mit nacheinander angeschalteten roten, grünen und blauen Leuchtdioden. Bei beiden Techniken kann man bei schnellen Augenbewegungen und an kontrastreichen Bildkanten Farbblitzer wahrnehmen – die umso nerviger ausfallen, je heller der Projektor leuchtet. Ob man sich von diesem sogenannten Regenbogeneffekt gestört fühlt, prüft man am besten vor dem Kauf bei einer Testvorführung. (jkj)

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