Praxis & Tipps | FAQ

Oliver Klarmann

Microsoft Small Business Server

Antworten auf die häufigsten Fragen zum SBS

Sofort umsteigen?

Microsoft will keine neue Version des SBS mehr herausbringen. Muss ich jetzt nach Alternativen suchen?

Das hängt von der eingesetzten Version ab. Microsoft versorgt den SBS 2008 noch bis 2017 und den SBS 2011 noch bis 2018 mit Updates für Betriebssystem und Exchange. Beide kommen mit neuen Technologien wie IPv6 grundsätzlich zurecht. Anders sieht es beim SBS 2003 aus. Das enthaltene Exchange 2003 ist bereits aus dem Support gefallen, für den Server 2003 endet Mitte Juli 2015 der Support. Diese Systeme sollten ersetzt werden. Einige Artikel zur Migration auf eine aktuelle SBS-Version, die derzeit noch im Handel ist, oder den Umstieg auf Open Source Groupware finden Sie über den c’t-Link.

POP-Amok

Zum Abrufen von E-Mails in unserem Exchange Server nutzen wir den mitgelieferten POP-Konnektor. Jetzt habe ich gehört, dass dies zu Problem führen kann.

Bis zum SBS 2003 ohne Service Pack 2 gab es tatsächlich sehr häufig Amok laufende POP-Konnektoren. Was zum Beispiel dazu führte, dass der Exchange Server eine eingegangene E-Mail mit mehreren Empfängern immer an alle Empfänger neu zugestellt hat. Da diese E-Mail somit erneut auf dem betreffenden Server ankommt, entsteht eine Mailschleife. Diese Probleme sind grundsätzlicher Art und betreffen auch POP-Konnektoren von anderen Herstellern. Mittlerweile sind die aber so weit ausgereift, dass sie die schlimmsten Fehler erkennen und vermeiden. Trotzdem ist es ratsam, auch für den Mail-Empfang auf das zuverlässigere und stabilere SMTP zu wechseln.

Freier Speicher schwindet

Trotz großer Festplatten nimmt der freie Speicherplatz rapide ab. Woran liegt das?

Es gibt einige typische Dinge, die im schlimmsten Fall den Stillstand des Servers verursachen. Interne Datenbanken wachsen gigantisch an, etwa eine SBS-eigene Monitoring-Datenbank oder die des mitgelieferten Sharepoint Servers, selbst wenn Sie den gar nicht benutzen: Für das erste Problem gibt es Tipps im Technet, für das zweite ein „Fix it“ bei Microsoft (beide via c’t-Link). Wenn keine reguläre Datensicherung des Exchange-Servers stattfindet, wächst das Transaktionslog unendlich: Regelmäßige Backups schneiden es ab.

Es stapeln sich Schattenkopien: Damit die weniger Platz beanspruchen, reduzieren Sie den zugeteilten Speicherplatz für die Schattenkopien. Der mitgelieferte WSUS speichert große Mengen Updates auf dem Server: Kontrollieren Sie mit der WSUS-Management-Konsole die Einstellungen, die anzeigen, welche Updates der WSUS zwischenspeichert. Sind dort zum Beispiel deutsche und englische Updates vorhanden, obwohl nur deutsche benötigt werden, ändern Sie die Konfiguration und führen Sie anschließend eine WSUS-Bereinigung durch.

Neuer Router ruiniert alles

Nach einem simplen Router-Wechsel funktioniert nichts mehr wie gewohnt.

Prüfen Sie, ob der DHCP-Server im Router abgeschaltet ist oder dazwischenfunkt. Wenn ja, schaltet sich der DHCP-Server des SBS von selbst ab. Damit erhalten die Client-PCs höchstwahrscheinlich falsche Angaben für den DNS-Server oder generell ein falsches Netzwerk. Ein falscher DNS-Server oder ein falsches Netzwerk führt zu den verschiedensten Fehlern, ein normales Arbeiten ist nicht mehr möglich. Nach dem Abschalten des DHCP-Servers Ihres Routers müssen Sie den DHCP-Server des SBS manuell wieder aktivieren.

CALs für SBS 2003 kaufen

Ich möchten die Lizenzen meines SBS erweitern, es gibt aber keine passenden CALs mehr zu kaufen.

Der SBS 2003 zählt die tatsächlich benutzten Lizenzen, Erweiterungslizenzen müssen zusätzlich aktiviert werden. Beim SBS 2003 müssen daher zwingend Erweiterungslizenzen erworben und installiert werden, um das Maximum von 75 Lizenzen nutzen zu können. Bei den neueren SBS-Versionen (2008 und 2011) findet keine Lizenzzählung und Aktivierung mehr statt; es genügt, die entsprechenden CALs zu erwerben. Die CALs für den SBS 2011 gelten auch für den SBS 2003 (und SBS 2008), die zur Aktivierung unter SBS 2003 nötigen CD-Keys entnimmt man einer PDF-Datei, die Microsoft frei zum Download anbietet (siehe c’t-Link).

Echter Administrator

Ich melde mich als Administrator an, trotzdem bekomme ich bei einigen Funktionen die Meldung „Zugriff verweigert“.

Prüfen Sie, ob Sie tatsächlich mit dem Konto „Administrator“ arbeiten. Insbesondere nach Migrationen des SBS, aber auch bei frisch installierten Systemen kann dieses Problem ab SBS 2008 auftreten. Das Setup-Programm erzwingt das Einrichten eines Kontos, das aus Sicherheitserwägungen nicht „Administrator“ heißt. Das Konto mit dem Namen „Administrator“ ist dann zwar vorhanden, aber deaktiviert. Einige Funktionen erfordern trotzdem das Arbeiten mit dem „echten“ Konto „Administrator“. Aktivieren Sie dieses Konto, setzen Sie ein Passwort und melden Sie sich bei Bedarf als „Administrator“ an. (ps)

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