FAQ: Musik-Hardware

Praxis & Tipps | FAQ

Ich möchte künftig Musik am Rechner machen und bin bei meiner Suche nach einer passenden Audio-Lösung sowohl auf PCI(-Express)-Karten als auch auf externe Interfaces mit USB- und FireWire-Anschluss gestoßen. Zu welcher Lösung soll ich greifen?
Das kommt darauf an, auf welche Eigenschaften man besonderen Wert legt. So ermöglichen PCI- und PCI-Express-Karten dank ihrer direkten Mainboard-Anbindung die Ein- und Ausgabe mit geringer Zeitverzögerung (Latenz), zudem bekommt man einfache Modelle bereits zu einem akzeptablen Preis. Geht es allerdings darum, viele Anschlüsse unterzubringen, müssen sich die Hersteller hier mit Kabelpeitschen oder Breakout-Boxen behelfen.
Klar auf dem Vormarsch sind seit einigen Jahren Interfaces mit USB- oder FireWire-Anschluss – nicht nur, weil Notebooks, iMacs und Mac minis keinen Platz für eine Einsteckkarte bieten, sondern auch, weil sie eine mobile und wesentlich flexiblere Lösung darstellen. So sind an vielen USB- und FireWire-Modellen Bedienelemente und Anzeigen zu finden, die die tägliche Arbeit erleichtern. Sogar die Kombination aus Soundkarte und Mischpult findet man am Markt.
Die oft gelesene Behauptung, FireWire sei für anspruchsvolle Audioanwendungen generell besser geeignet als USB 2.0, bestätigte sich in unseren Tests nicht. Über beide Schnittstellen lassen sich wie bei den Einsteckkarten Samplingraten von bis zu 192 kHz bei einer Auflösung von 24 Bit realisieren, die minimale knackfrei erreichbare Durchgangslatenz lag im besten Fall bei jeweils 4 Millisekunden – was professionellen Ansprüchen genügt. Für gute Werte kommt es also nicht auf die Schnittstelle als solche an, sondern auf passende Transmitter- und Receiver-Chips in Interface und Rechner sowie auf sauber programmierte Treiber. Von einem Blindkauf ist daher aber auch abzuraten. Dass aktuell vor allem Lösungen mit USB auf den Markt kommen, ist der Tatsache geschuldet, dass nicht an jedem Rechner ab Werk ein FireWire-Anschluss zu finden ist.
Von 5.1-Soundkarten kenne ich Mini-Klinkenbuchsen und Cinch-Buchsen, an externen Audiointerfaces habe ich aber nur große Klinkenbuchsen und verschiedene runde Anschlüsse ausmachen können. Aufschriften wie „Front“ oder „Surround“ habe ich gar nicht gefunden. Wieso ist das so? Und kann man da Surround-Sound hören?
Bei externen Audiointerfaces für Musiker ist es üblich, dass die Buchsen nicht in Stereopaaren gekennzeichnet sind. Dies ist durchaus sinnvoll: Einerseits liefern viele Instrumente und Mikrofone nur monophone Audiosignale an. Andererseits kann man bei den meisten Interfaces über Software-Mixer recht frei festlegen, welcher Ein- und Ausgang wie genutzt werden soll. Dies schließt die parallele Verwendung zweier Eingänge für Stereoquellen wie CD-Player ein.
Stehen ausreichend Ausgänge zur Verfügung, ist auch Surround Sound kein Problem. Hierfür muss man lediglich im System beziehungsweise im benutzten Audioprogramm die einzelnen Kanäle (Front Links und Rechts, Center und Subwoofer sowie Rear Links und Rechts) den passenden Ausgängen zuweisen. Wollen Sie Videos mit Surround Sound wiedergeben, benötigen Sie natürlich einen Software-Player, der das benutzte Mehrkanalton-Format dekodieren und an die analogen Ausgänge der Musik-Hardware weitergeben kann.
An vielen externen Audiointerfaces sind neben großen Klinkenbuchsen (links) sogenannte XLR-Buchsen (hier als Kombibuchse mit Klinkeneingang) für Mikrofon- und Lautsprecher-Signale vorhanden.
Üblich sind an externen Audiointerfaces 6,3-mm-Klinkenbuchsen, die auch an Instrumenten zu finden sind, sowie die aus der professionellen Beschallungs- und Tonstudio-Technik bekannten XLR-Buchsen – insbesondere bei der störungstoleranteren symmetrischen Signalübertragung. Um Platz zu sparen, finden sich an einigen Audiointerfaces auch Kombibuchsen, die sowohl Klinken- als auch XLR-Stecker aufnehmen können. Im Fachhandel gibt es unterschiedliche Adapterkabel, beispielsweise von XLR auf Klinke oder Cinch.
Kann ich an einem Audiointerface mit einem mit „ADAT“ bezeichneten optischen Toslink-Anschluss meinen CD-Player anschließen?
Das kommt darauf an. ADAT steht für „Alesis Digital Audio Tape“ und bezeichnet eine Audioschnittstelle, die in den 1990er-Jahren von der gleichnamigen Firma zusammen mit einem Bandaufzeichnungssystem eingeführt wurde. Ursprünglich übertrug man darüber mittels Lichtwellenleiter acht digitale Tonspuren zu einem Recorder, der die Signale auf S-VHS-Kassetten speicherte. Die ADAT-Schnittstelle erfreut sich in Tonstudios bis heute großer Beliebtheit, weshalb sie an manchen Audiointerfaces, Wandlern, digitalen Mischpulten und Effektgeräten zu finden ist.
An sich ist ADAT nicht kompatibel zu SPDIF, sodass Sie den Anschluss eigentlich nicht verwenden können, um darüber Daten von Ihrem CD-Player einzuspielen. Bei einigen Modellen lässt sich die Buchse aber softwareseitig von ADAT- auf SPDIF-Betrieb umschalten. Ob dies bei dem von Ihnen ins Auge gefasstem Modell funktioniert, sollten Sie vor dem Kauf beim Hersteller erfragen.
Ich wollte mir ein MIDI-Keyboard kaufen, habe dann jedoch gesehen, dass dieses im Unterschied zu meinem Audiointerface keine MIDI-Anschlüsse in Form von DIN-Buchsen hat, sondern nur eine USB-Buchse. Kann ich das Gerät über ein USB-MIDI-Adapterkabel an das Interface anschließen?
Sie machen sich ganz unnötige Gedanken. Tatsächlich müssen Sie das MIDI-Keyboard gar nicht mit dem Audiointerface verbinden, sondern können es direkt an Ihren Rechner anschließen. Sowohl unter Windows als auch unter Mac OS X werden Geräte dieser Gattung in der Regel ohne weitere Treiber eingebunden. Anschließend definieren Sie im Setup Ihres jeweiligen Musikprogramms einfach das Keyboard als Eingabegerät. Über das Adapterkabel lassen sich hingegen Controller, die lediglich MIDI-DIN-Buchsen haben, an Computer anschließen, denen ein solcher Eingang fehlt. (nij)