Praxis & Tipps | FAQ

Urs Mansmann

Prepaid-SIM-Karten

Antworten auf die häufigsten Fragen

Guthabenabfrage

Ich habe bei einer neuen Karte versucht, das Guthaben mit dem Standard-Code *100# abzufragen, allerdings hat das nicht funktioniert. Kann man das nicht bei jeder Prepaid-Karte?

Der Code zum Abfragen des Guthabens unterscheidet sich von Anbieter zu Anbieter. Versuchen Sie, Informationen dazu auf dessen Webseite zu finden. Mit dem Durchprobieren von *101#, *121#, *130# und *131# sollten Sie in den meisten Fällen Erfolg haben, wenn *100# nicht funktioniert. Bei einigen Anbietern müssen Sie eine Kurzwahl anrufen.

LTE nutzen

Ich habe ein neues Smartphone, das LTE beherrscht. Welchen Prepaid-Anbieter muss ich verwenden, damit ich das schnelle Netz nutzen kann?

Bislang gibt es noch kein Prepaid-Angebot, mit dem sich die LTE-Netze nutzen lassen. Diese Leistung behalten die Anbieter ihren Vertragskunden vor. Wenn Sie LTE nutzen wollen, müssen Sie einen passenden Laufzeittarif abschließen.

Rufnummernportierung

Ich habe einen günstigeren Tarif entdeckt und möchte gerne wechseln. Der neue Anbieter will aber von einer Rufnummernportierung nichts wissen. Ist er nicht verpflichtet, eine Nummer zu übernehmen?

Die gesetzliche Verpflichtung zur Portierung bezieht sich nur auf die Herausgabe der Rufnummer an einen neuen Anbieter. Die Übernahme von Rufnummern, so die Intention des Gesetzgebers, regelt der Markt alleine. Falls Ihnen die Nummer wichtig ist, bleibt Ihnen nur, einen Anbieter zu suchen, der Ihre alte Nummer übernimmt.

Bei der Rufnummernportierung müssen Sie zuerst den alten Anbieter davon in Kenntnis setzen, dass Sie wechseln wollen. Das geschieht über eine sogenannte Verzichtserklärung, für die die meisten Anbieter ein Formular bereitstellen. Erst wenn Sie die Bestätigung haben, dass Ihr jetziger Provider diese bearbeitet hat, dürfen Sie den neuen Provider mit der Portierung beauftragen. Erfolgt der neue Auftrag zu früh, wird die Rufnummernportierung scheitern.

Karte deaktiviert

Ich hatte meine Prepaid-Karte eine Zeit lang in der Schublade liegen. Als ich sie benötigte und wieder hervorholte, war sie deaktiviert. Eine Aktivierung ist nicht mehr möglich, teilte man mir auf meine Anfrage mit, ich müsse eine neue SIM kaufen. Darf der Anbieter das so einfach machen?

Einige Anbieter haben ganz klare Regeln, wie häufig eine Karte benutzt oder aufgeladen werden muss, damit sie nicht deaktiviert wird. Andere gehen damit intransparent um und informieren den Kunden erst dann per SMS, wenn die Abschaltung bevorsteht. Wer die Karte in der Schublade liegen hat, bekommt eine solche Warnung natürlich nicht mit. Grundsätzlich ist das zulässig, der Anbieter kann genau wie der Kunde jederzeit den Vertrag kündigen.

Mindestens einmal pro Jahr sollten Sie SIM-Karten aufladen, die Sie selten nutzen. Wenn Sie Guthaben aufladen, verlängert das die Gültigkeit üblicherweise um zwölf, mindestens aber um drei Monate. In einigen Fällen finden sich detaillierte Angaben dazu in den AGB oder der Leistungsbeschreibung, anderenfalls hilft ein Anruf bei der Hotline.

Restguthaben

Ich habe noch ein größeres Guthaben auf einem ehemaligen Prepaid-Konto. Kann ich mir das Restguthaben auszahlen lassen?

Sie haben nach Ende des Vertrags einen Anspruch auf Rückzahlung des Guthabens, den Sie aber geltend machen müssen. Einige Provider verlangen dazu die Verwendung eines speziellen Formblatts und die Einsendung der Original-SIM-Karte, andere bearbeiten formlose Anträge per E-Mail, wieder andere nehmen die Erstattung automatisch vor. In den Formblättern oder allgemeinen Geschäftsbedingungen taucht oft ein Verzicht auf das Restguthaben auf. Solche Klauseln sind aber laut Auskunft der Verbraucherzentralen grundsätzlich unwirksam.

Kein Internetzugang

Ich habe eine neue Karte in Betrieb genommen und diese funktioniert einwandfrei. Allerdings komme ich nicht ins Internet, was mache ich falsch?

Sie sollten zuerst prüfen, ob Sie einen Internet-Tarif gebucht haben. Viele Anbieter stellen eine Verbindung nur noch mit einem Pauschaltarif her, der nicht unbedingt automatisch gebucht wird. Als Nächstes sollten Sie prüfen, ob der APN (Access Point Name) korrekt eingestellt ist. Die Informationen, was hier einzutragen ist, erhalten Sie vom Provider. In seltenen Fällen trägt das System bei der Auto-Konfiguration falsche oder veraltete Daten ein, die Sie manuell korrigieren müssen. Eine Internetsuche nach „APN <Provider>“ führt meist mit wenigen Klicks zum Ziel.

Beheben beide Maßnahmen das Problem nicht, wenden Sie sich am besten an den Kundenservice Ihres Providers, der im Einzelfall weiterhilft. Auch Prepaid-Anbieter haben einen Kundenservice, der über ein Chat-System oder E-Mail-Anfragen meist kostenlos erreichbar ist. (uma)

Geforderte Nachzahlung

Ich habe für meine minderjährige Tochter vor Längerem einen Prepaid-Vertrag auf meinen Namen abgeschlossen. Nun will das Unternehmen einen Nachschlag von rund 20 Euro für zeitverzögert abgerechnete Verbindungen haben. Ist das zulässig?

Einige Anbieter haben in den zurückliegenden Jahren bei Prepaid-Produkten Klauseln mit möglichen Nachforderungen im Kleingedruckten versteckt und viele Kunden im Nachhinein mit teils hohen Rechnungen konfrontiert. Vor Gericht erleiden sie damit aber inzwischen regelmäßig Schiffbruch. Das LG Berlin hat in einer Entscheidung vom 18. 07. 2011 klargestellt, dass die automatische Aufladung die Kostenkontrolle nicht aushebeln darf (Az. 38 O 350/10). Das LG München I (17. 01. 2013, Az. 12 O 16908/12) und LG Frankfurt/Main (21. 03. 2013, Az. 2-24 O 231/12) entschieden, dass Nachforderungen aus Prepaid-Verträgen aufgrund unzureichender Kostenkontrolle nicht zulässig sind. Falls der Anbieter nicht einlenkt, sollten Sie rechtliche Schritte prüfen. (uma)

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