Praxis & Tipps | FAQ

Jan-Keno Janssen

VR-Halterungen

Antworten auf die häufigsten Fragen

Plastik, Pappe, Schaumstoff

Ich will mir eine VR-Halterung für mein Smartphone kaufen, aber mich verwirren die vielen Dutzend Modelle aus unterschiedlichsten Materialien. Machen die Dinger nicht alle das Gleiche?

Stimmt, theoretisch funktionieren die Halterungen alle auf identische Weise: Sie nehmen ein Smartphone auf und zeigen den Inhalt vergrößert durch zwei Lupenlinsen an. Dennoch sind die Unterschiede immens (siehe auch Vergleichstest in c’t 7/15, S. 92). Für Einsteiger empfehlen wir die preisgünstige Papp-Variante (auch als „Google Cardboard“ bekannt) – solche Halterungen gibt es ab rund drei Euro bei chinesischen Händlern (siehe c’t-Link) oder für sieben Euro bei Pearl. Die Pappbrillen haben den Vorteil, dass das Ein- und Ausbauen des Smartphones sehr bequem und schnell funktioniert, außerdem haben viele Modellen einen Magnetschalter, mit dem man einige VR-Apps steuern kann – schließlich kommt man nicht an den Touchscreen, solange das Smartphone in der Halterung steckt.

Bis auf die Durovis Dive von Shoogee haben die Plastik-Varianten keinen Magnetschalter, außerdem sind sie deutlich teurer und der Handy-Einbau ist fummeliger. Und: Die Bildqualität ist bei den teureren Modellen nicht zwangsläufig besser. Von allen uns bekannten rein mechanischen VR-Halterungen liefert Zeiss mit seiner 130 Euro teuren VR One die beste optische Qualität. Um den Qualitätsvorteil voll auszuspielen, benötigt die Zeiss-Brille allerdings speziell angepasste Smartphone-Apps, außerdem funktioniert sie bislang nur mit iPhone 6 und Samsung Galaxy S5. (jkj@ct.de)

Welches Smartphone?

Ich will mir ein günstiges Smartphone nur für Virtual Reality anschaffen. Welches soll ich kaufen?

Für Smartphone-VR-Halterungen eignen sich unserer Erfahrung nach am besten Geräte mit Display-Diagonalen um 5 Zoll (plus/minus 0,3 Zoll). Eine gute Wahl ist das Nexus 5, das von Google als Referenz-Gerät für die hauseigene Cardboard-Plattform genutzt wird. Gebrauchte Geräte kosten rund 250 Euro. Apple-Fans kommen mit dem iPhone 6 am besten auf ihre Kosten – ältere Modelle sind ein wenig zu klein für die meisten Halterungen, das iPhone 6 Plus zu groß. Allgemein gilt: Je schneller das Smartphone, desto besser das VR-Gefühl – Ruckler stören den Mittendrin-Eindruck immens. Außerdem sollte das Display mindestens Full-HD-Auflösung bieten. (jkj@ct.de)

Handy geht ständig aus

Wenn ich mein Smartphone in meine VR-Papphalterung einspanne, drückt der Pappdeckel auf den Einschalt-Knopf – und das Display schaltet sich aus. Verhindern kann ich das nur mit sehr viel Fingerspitzengefühl. Lässt sich der Knopf deaktivieren?

Ohne Root-Rechte ist das schwierig. Ein anderer Lösungsansatz hilft schneller: Schneiden Sie einfach an der Stelle, wo sich der Smartphone-Knopf befindet, ein kleines Loch in die Pappe – das mag nicht sonderlich elegant scheinen, klappt in der Praxis aber prima. (jkj@ct.de)

Kugelpanoramen unter iOS

In Ihrer Titelgeschichte „Mittendrin statt nur 3D“ in c’t 7/15 erwähnen Sie, dass es noch keine iOS-App zum Anschauen von Kugelpanoramen gibt. Ist das immer noch der aktuelle Stand?

Mit der App „Kolor Eyes“ lassen sich inzwischen selbst gemachte Photosphere-Kugelpanoramen auch auf dem iPhone und einem Virtual-Reality-Gehäuse betrachten – allerdings nur über einen Umweg, weil der Viewer nicht direkt auf die iOS-App Fotos zugreifen darf. Zunächst exportieren Sie daher das gewünschte Bild vom iPhone auf Ihren Rechner, am Mac beispielsweise über iPhoto oder die neue Fotos-App für den Mac, unter Windows einfach mit dem Explorer. Nun öffnen Sie iTunes, klicken oben links auf das iPhone-Symbol und wählen in der Listenspalte darunter „Apps“ aus (siehe Screenshot). Aus der Apps-Liste klicken Sie „Kolor Eyes“ an und wählen das Photo-Sphere-Panorama dann entweder über den „Hinzufügen…“-Dialog oder per Drag and Drop auf „Dokumente von Kolor Eyes“ aus. Nach einem Klick auf „Synchronisieren“ findet die Kolor-Eyes-App das Bild beim nächsten Start unter „Local Videos“. (bkr@ct.de)

Wo gibts VR-Apps?

Wo genau finde ich Apps, die VR-Halterungen unterstützen?

Suchen Sie einfach im Play- oder Appstore nach „cardboard vr“ oder nach „durovis“ – so heißt die erste erhältliche Smartphone-VR-Halterung. Das Angebot ist allerdings erschreckend riesig – und viele Schrott-Apps gibts auch. Orientierungshilfe bieten kuratierte App-Zusammenstellungen. So ist in Googles „Cardboard“-App für Android eine „Best-of“-Liste integriert; die vom VR-Halterungshersteller Homido angebotene App „Homido Center“ enthält ebenfalls eine brauchbare App-Liste für Android und iOS. (jkj@ct.de)

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