FAQ: WLAN

Praxis & Tipps | FAQ

Auf dem Karton steht, dass mein Router 300 MBit/s erreicht. Die Statusanzeige in Windows bestätigt das – zumindest wenn ich mit dem Notebook im selben Zimmer bin. Dennoch gehen bei Dateitransfers nur rund 10 MByte/s durch, also etwa 80 MBit/s. Warum ist das Kopieren per Explorer so viel langsamer?
Vergrößern WLAN-Standards
Auf dem Funkkanal erreichen die Geräte die 300 MBit/s tatsächlich, es ist kein „theoretischer“, sondern ganz praktischer Wert. Allerdings greift die Spitzengeschwindigkeit nur für den kurzen Moment, während dem ein WLAN-Frame über den Funkkanal geht. Denn der ist ein Shared Medium: Es darf immer nur einer senden, damit es keine Kollisionen gibt. Deshalb müssen sich die WLAN-Geräte einer Funkzelle mit einem Protokoll über den Kanalzugriff einigen, das auf bewussten Sendepausen basiert (CSMA/CA). Dafür geht der Löwenanteil der Bruttokapazität drauf. Typischerweise erreicht man auf TCP-Ebene um die 110 MBit/s netto bei 300 MBit/s brutto, wenn zwei Geräte den Kanal exklusiv nutzen können. Dann geht noch etwas für das darauf aufsetzende Protokoll (CIFS beziehungsweise SMB) ab, sodass effektiv Ihre 80 MBit/s netto übrig bleiben.
Manche Router haben eine, manche drei Antennen, bei anderen sind gar keine zu sehen. Woran liegt das beziehungsweise wozu sind mehrere gut?
WLAN-Basen ohne außen sichtbare Antennen haben innen welche, etwa als gefaltete Blechstreifen oder als Leiterbahnzüge auf der Platine. Mit mehreren Antennen lässt sich der Durchsatz steigern, indem man fallweise die mit dem besten Signal auf den Empfänger beziehungsweise Sender schaltet (Diversity), ihre Signale auf die Gegenstelle fokussiert (Beamforming) oder unterschiedliche Signale parallel verarbeitet (MIMO, Multiple Input Multiple Output). Letzteres ist beim aktuellen WLAN nach IEEE 802.11n gängig und bei den kommenden Standards vorgesehen, und zwar mit bis zu acht parallel genutzten Antennen. So braucht man für 450 MBit/s brutto immer drei Antennen und breite Funkkanäle (40 MHz). Allerdings gibt es auch Router mit drei Antennen, die maximal 300 MBit/s erreichen. Dann dient die dritte Antenne zur Signalverbesserung per Diversity oder Beamforming. Konfigurieren muss man dabei nichts, der Router kümmert sich automatisch darum.
Worauf muss ich achten, damit kein Fremder in mein WLAN eindringen und unter Umständen strafrechtlich relevanten Unfug über meinen Internet-Anschluss treiben kann?
Versehen Sie Ihren Router mit einem nicht erratbaren Konfigurationspasswort. Ersetzen Sie das eventuell werksseitig vergebene WLAN-Passwort durch ein eigenes und stellen Sie sicher, dass der Router die WPA2-Verschlüsselung verwendet. Geeignete WLAN-Passwörter sind 12 bis 16 Zeichen lang und wild aus Buchstaben und Ziffern gemischt. Schalten Sie ferner die WLAN-Koppelmethode WPS ab und nur vorübergehend wieder ein, wenn Sie eigene Clients mit der Basis verbinden wollen.
Ich betreibe ein älteres WLAN-Gerät, das bei der WPA-Verschlüsselung nur die TKIP-Chiffre versteht. Deswegen ist der Router auf TKIP eingestellt. Nun bekommen aber auch moderne Clients Verbindungen nur mit maximal 54 MBit/s. Wie kann ich die beschleunigen?
Der WLAN-Standard IEEE 802.11n definiert, dass auch schnelle Stationen höchstens mit 54 MBit/s bedient werden, wenn sie TKIP verwenden. Stellen Sie deshalb die WLAN-Verschlüsselung des Routers auf WPA/WPA2-mixed mit TKIP und AES um, falls das Altgerät das mitmacht. Dann sollten die neuen Geräte wieder schnell funken. Allerdings braucht die alte WLAN-Station dann immer noch einen überproportionalen Anteil der verfügbaren Sendezeit. Vor allem wenn sie viel Daten überträgt, leidet die Gesamtkapazität der Funkzelle. Ersetzen Sie deshalb wenn möglich das Altgerät und stellen Sie die Router-WLAN-Verschlüsselung auf WPA2 mit AES um.
Mit dem Windows-Notebook bekomme ich problemlos Verbindung zu meinem Funknetz namens „Äußerst flott“. Doch das Tablet zeigt es nicht mal an. Woran haperts?
Umlaute oder diakritische Zeichen können die WLAN-Scanfunktion durcheinanderbringen und übrigens auch die Verschlüsselung scheitern lassen. Beschränken Sie sich deshalb für den Funknetznamen (SSID) und das WPA-Passwort auf den Zeichenvorrat a–z, A–Z und 0–9. Wenn Sie Bedenken haben, dass dadurch der Schlüsselraum zu klein wird, verlängern Sie das WPA-Passwort einfach um vier Zeichen.
Ich habe gelesen, dass es bezüglich WLAN drei verschiedene Routertypen gibt: Singleband, Dualband und Simultan-Dualband. Nun bin ich verwirrt. Was brauche ich?
Wenn Sie wenige Geräte betreiben, nur surfen und mailen, dann reicht meist ein Singleband-Router für 2,4 GHz. Ein Dualband-Router, den Sie auf das freiere 5-GHz-Band umstellen können, passt nur dann, wenn alle Ihre WLAN-Geräte ebenfalls dualbandfähig sind. Da fallen aber etliche Smartphones, Tablets oder Streaming Clients (beispielsweise WLAN-Internetradios) durchs Raster. Ein Router, der mit zwei Funkmodulen gleichzeitig das 2,4- und 5-GHz-Band bedient (simultan dualband), ist dann sinnvoll, wenn Sie langsame Stationen (Smartphones, Streaming Devices im 2,4-GHz-Band) von schnellen (PCs mit WLAN-Adapter, Notebooks auf 5 GHz) trennen wollen, damit letztere Backups oder große Downloads ungehindert durchführen können. (ea)

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