FAQ: Windows auf dem Mac

Praxis & Tipps | FAQ

Auf welchen Macs kann man welches Windows installieren?
Für Macs mit PowerPC-Prozessor gibt es nur – sehr langsame – Emulationen wie Qemu. Auf allen Macs mit Intel-Prozessor und aktueller Firmware lässt sich Windows dagegen direkt ausführen, allerdings nicht in jeder Variante. XP ab SP2 und Vista in den 32-Bit-Versionen laufen auf allen Intel-Macs. Die 64-Bit-Ausgabe von XP wird nicht unterstützt, die von Vista läuft auf 64-Bit-Hardware (bei Intel-Prozessoren ab Core 2 Duo). Windows 7 mit 32 Bit startet laut Apple auf all ihren Rechnern mit Ausnahme des iMac und des Mac Pro aus dem Baujahr 2006. Die 64-Bit-Version kann man auf Rechnern der Reihe Mac Pro und MacBook Pro ab dem Baujahr 2008 sowie iMacs und MacBooks ab Ende 2009 installieren. Auf anderen Macs und OS-X-Servern könnten sich die von Apple nicht genannten Windows-Versionen dennoch installieren lassen, allerdings müsste man sich mangels Boot-Camp-Kompatibilität (siehe unten) die Hardware-Treiber selber suchen.
Was hält Apple zur Windows-Installation bereit?
Apple bietet mit seinem Boot Camp Unterstützung für den Windows-Betrieb in drei Bereichen: Der Boot Camp Assistent ist ein Mac-Programm, das die Festplatte (anders als das Festplatten-Dienstprogramm) nachträglich um eine FAT-32-Partition erweitern kann, sofern genug Platz frei ist. Außerdem leitet es den Boot-Prozess von einer Standard-Windows-CD/DVD ein. Zweitens hat Apple auf die hybride Mac-OS-X-Installations-DVD Windows-Treiber für die Mac-Hardware gepackt und diese auch mit Boot Camp bezeichnet. Drittens installiert sich in der PC-Systemsteuerung ein Kontrollfeld namens Boot Camp, das etwa die Auswahl des Startvolumes erlaubt, über das man also wieder Mac OS booten kann.
Was muss ich beim Aufspielen von Windows beachten?
Am Beginn der Installation von Windows 7 oder Vista auf der Festplatte muss man erst das vom Boot-Camp-Assistenten mit FAT32 formatierte Volume in NTFS umwandeln lassen. Um nach der Installation die DVDs zu wechseln, klickt man sich zum Arbeitsplatz respektive zu „Computer“ durch, wählt die DVD aus und nutzt den Befehl „Auswerfen“ aus der Menüzeile. Dies ist notwendig, da die Sondertasten der Apple-Tastatur unter Windows zunächst nicht funktionieren. Anschließend legt man die hybride OS-X-DVD ein und installiert die von Apple gelieferten Windows-Treiber. Für Windows 7 finden die sich nur auf einer Snow-Leopard-DVD. Das Programm „Apple Software-Update“ sollte man mit aufspielen, denn es versorgt Windows immer mit den neuesten Apple-Treibern. Für das Upgrade von Vista zu Windows 7 gibt es ein Utility (c’t-Link), das während der Windows-Installation die Mac-Partition vorübergehend versteckt, um den Installer nicht zu verwirren.

Für den 27"-iMac von 2009 und den 21,5"-iMac von 2010 benötigt man die „iMac Late 2009_2010 Windows 7 Drivers“ (c’t-Link), die man auf ein FAT-32-Medium wie etwa einen USB-Stick oder eine SD-Karte aufspielt. Dieses muss im Festplatten-Dienstprogramm mit der Option „Master Boot Record“ formatiert werden und „MBRFAT“ heißen. Es bleibt während der Installation von Windows 7 eingesteckt und verhindert, dass der Bildschirm des iMac dabei schwarz wird.

Mac und PC nutzen unterschiedliche Partitionierungstechniken. Die Partitionierung einer von Boot Camp für beide Welten fit gemachte Festplatte sollte man auf keinen Fall nachträglich ändern.

Wie wechsele ich von Mac OS zu Windows und zurück?
Auf beiden Systemen gibt es Kontrollfelder zur Auswahl des Startvolumes. Man kann aber auch beim Start die Alt-Taste der Mac-Tastatur gedrückt halten und ein anderes Startsystem auswählen.
Gibt es Alternativen zu Boot Camp?
Es gibt für den Mac Virtualisierer wie Parallels Desktop, VMware Fusion oder das kostenlose VirtualBox. Mit ihnen laufen mehrere Betriebssysteme parallel. Außerdem kann man dank virtueller Maschinen auf das Einrichten einer eigenen Windows-Partition verzichten. Benutzt man die Boot-Camp-Partition, kann es zu Problemen mit der Aktivierung von Windows kommen. Gegenüber dem nativen Booten von Windows muss man mit Performance-Einbußen rechnen, insbesondere bei anspruchsvollen Spielen.
Wie bekomme ich unter Windows zum Beispiel das @-Zeichen?
Die Zeichenbelegung der Mac-Tastatur unter Windows entspricht mit Boot Camp weitgehend der eines PC. Das @-Zeichen findet sich zum Beispiel auf dem Q (mit gedrückter rechter Alt-Taste). CD-Auswurf, Lautstärke- und Helligkeitsregelung der Mac-Tastatur funktionieren mit den Boot-Camp-Treibern auch unter Windows, ebenso der Rechtsklick des Trackpads oder der MagicMouse, nicht jedoch alle Mehrfingergesten.
Wie tausche ich Daten zwischen den Betriebssystemen aus?
Mac OS X kann mit FAT32-Laufwerken umgehen, NTFS lesen. Für das Schreiben gibt es Tricks und kostenlose Tools (siehe c’t-Link). Das aktuelle Boot Camp 3 bringt Windows das Lesen von HFS+Volumes bei, für das Schreiben gibt es wiederum Utilities. Virtualisierer kopieren Daten zwischen den Welten per Copy-and-Paste, Drag-and-Drop oder per Transfer-Ordner (Shared Folder).
Hole ich mir mit Windows Viren auf den Mac?
Windows auf dem Mac ist genauso von Viren bedroht wie auf einem Standard-PC. Zusätzlich sind Shared Folder und Mac-Laufwerke, auf die Windows schreiben kann, gefährdet. Für Mac OS X gibt es weniger Schädlinge, weil sich die Programmierer für die Plattform bisher wenig interessiert haben – es empfiehlt sich zum Mailen und Surfen. (jes)

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