Praxis & Tipps | FAQ

Peter Siering

c’t-Notfall-Windows

Antworten auf die häufigsten Fragen

Ausgerechnet Windows 10

Was spricht für Windows 10, wo es doch keinen guten Ruf hinsichtlich des Schutzes der Privatsphäre der Nutzer hat?

Entscheidend für ein Notfall-Startmedium ist, dass es auf einer großen Auswahl von Rechnern funktioniert. Hier hat die aktuelle Windows-Version naturgemäß die Nase vorn, weil sie die modernsten Treiber mitbringt. Über die Privatsphäre machen wir uns – offen gesagt – bei einem Notfallsystem wenig Gedanken. Es läuft ja nur kurzzeitig und man vertraut ihm keine Daten dauerhaft an. Außerdem enthält das als Basis verwendete PE nur einen Bruchteil der Dienste, die in einer regulären Installation aktiv sind; unter anderem läuft unter PE nicht der DiagTrack-Dienst, der Dreh- und Angelpunkt der Telemetrie sein soll.

Eignung für ältere Windows-Versionen

Wenn das aktuelle c’t-Notfall-Windows auf Windows 10 aufbaut, kann ich mich auch über die Installationen von älteren Versionen des Betriebssystems, etwa Windows 7 hermachen?

Selbstverständlich, die enthaltenen Werkzeuge sind abwärtskompatibel, zum Beispiel das Programm dism für die Kommandozeile, mit dem Sie nachträglich Updates aus einer Windows-7-Installation herauspuzzeln können (siehe vorangehender Artikel) oder der Editor, um die Registrierung zu bearbeiten.

Windows zum Bauen

Im Artikel zum Bauen steht nur Windows 10. Unter welcher Windows-Version kann ich das Notfall-Windows bauen lassen?

Wir haben es unter Windows 7, 8.1 und 10 jeweils in 32- als auch 64-Bit-Versionen ausprobiert. Es hat unter allen genannten Betriebssystemen geklappt. Auf den Test-PCs waren in der Regel die aktuellen Updates installiert.

Bitlocker-Laufwerk

Beim Doppelklick auf ein mit Bitlocker verschlüsseltes Laufwerk im Explorer meldet das Notfall-Windows nur „Zugriff verweigert“. Klappt der Zugriff nicht?

Doch, aber es fehlt eine grafische Oberfläche zum Entsperren eines per Bitlocker geschützten Laufwerks. Öffnen Sie eine Eingabeaufforderung per Doppelklick auf „Command Prompt“ auf dem Desktop und geben Sie dort ein: manage-bde -unlock c: -pw. Passen Sie den Laufwerksbuchstaben gegebenenfalls an. Es ist normal, dass bei der Eingabe des Passworts rein gar nichts angezeigt wird. Alternative Mechanismen für das Entsperren liefert der Aufruf manage-bde -unlock c: -?.

Treiber fehlt

Leider findet sich kein Treiber für die Netzwerkkarte meines Notebooks im Notfall-Windows. Lassen sich Treiber nachrüsten?

Theoretisch ist das möglich, einfacher ist es aber, Treiber im laufenden Notfall-Windows zu ergänzen. Rufen Sie im Gerätemanager per Rechtsklick auf das Gerät die Funktion „Treibersoftware aktualisieren“ auf. Lassen Sie dann auf dem Computer nach Treibersoftware suchen. Als Ort geben Sie das Wurzelverzeichnis der Festplatte des PC an und wählen „Unterordner einbeziehen“. Auf dem PC finden sich meist passende Treiber.

Die Treiber werden durch diese Handgriffe jedoch nicht dauerhaft in das Notfall-Windows eingebunden, sondern sind nur in der laufenden Sitzung aktiv. Der Trick eignet sich also nur für Geräte, die nach der Treiber-Installation direkt nutzbar sind, etwa für Ethernet- oder WLAN-Adapter, nicht jedoch für Grafikkarten oder andere Treiber, deren Installation einen Neustartet erfordert.

WLAN geht nicht

Das übliche Symbol im Tray der Startleiste, um eine WLAN-Verbindung einzurichten, reagiert nicht auf Klicks. Wo erfolgt die Konfiguration von WLAN-Zugangsdaten?

Beim Hochfahren startet das Notfall-Windows den „PE Netzwerk Manager“. Sollten Sie das Fenster geschlossen haben, können Sie es jederzeit über einen Doppelklick auf die beiden kleinen Bildschirme im Tray öffnen. In der obersten Zeile erlaubt der PE Netzwerk Manager die Auswahl der Netzwerkkarte. Wenn Sie dort eine WLAN-Karte wählen, zeigt der WiFi-Reiter darunter Funktionen zur Konfiguration von Funknetzen an. Hat das Notfall-Windows keine WLAN-Karte gefunden, hilft vielleicht die vorstehende Antwort. (ps@ct.de)

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