Festplatte speichert TLER-Einstellungen nicht

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Mit Hilfe Ihres Hotline-Tipps aus c’t 1/13 wollte ich die Time Limited Error Recovery (TLER) bei meiner RAID-optimierten Festplatte abschalten, um im Einzelbetrieb am PC die Wahrscheinlichkeit zu minimieren, dass ein Lesefehler zu Datenverlust führt. Nach Ausschalten oder Neustarten des Rechners setzt die Platte die von mir vorgenommenen Einstellungen aber immer wieder zurück. Was kann ich tun, damit TLER dauerhaft abgeschaltet bleibt?

Per ATA-Kommando lässt sich TLER leider nicht dauerhaft deaktivieren. Mit dem Ausschalten der Platte kehrt sie wieder zur Default-Einstellung zurück. Auch wenn sie nicht komplett stromlos ist, wenn der Rechner warm neu gestartet wird, passiert das oft – obwohl die ATA-Spezifikation eigentlich Gegenteiliges vorschreibt. Deshalb muss man die TLER-Einstellungen bei jedem Rechnerstart erneut konfigurieren.

Mit Hilfe der smartmontools (siehe c’t-Link) lässt sich das automatisieren, wenn Sie den smartd-Daemon als Hintergrunddienst unter Windows einrichten. Dazu öffnen Sie die Windows-Konsole mit Administratorrechten, wechseln in das Verzeichnis, in das Sie die smartmontools installiert haben, und geben den Befehl

smartd install

ein. Von nun an läuft smartd unter Windows dauerhaft im Hintergrund und führt bei jedem Systemstart alle Kommandos der Konfigurationsdatei smartd.conf aus. Diese müssen Sie nun um den Befehl zum Deaktivieren der TLER-Einstellungen ergänzen:

/dev/sdX -l scterc,0,0

„X“ ersetzen Sie entsprechend durch „a“, wenn es sich um das erste Laufwerk im System handelt, „b“ fürs zweite Laufwerk und so weiter.

Nach dem Booten dauert es ein wenig, bis der smartd-Dienst unter Windows gestartet ist. Ob die richtigen TLER-Einstellungen vorgenommen wurden, überprüfen Sie anschließend mit:

smartctl -l scterc /dev/sdX

Manche Storage-Treiber wie Intels RST-Paket (Rapid Storage Technology) liefern dummerweise nicht die passenden ATA-Output-Register zurück, sondern nur einen Fehler. Beherrscht der Treiber noch CSMI (Common Storage Management Interface), erfahren Sie die aktuellen TLER-Einstellungen durch:

smartctl -l scterc /dev/csmiN,M

„N“ steht für die Anschlussnummer, „M“ für die Nummer des SATA-Controllers. In unseren Experimenten mit einer Festplatte an Port 0 der SATA-6G-fähigen Anschlüsse eines Boards mit H77-Chipsatz von Intel führte die Eingabe von

smartctl -l scterc /dev/csmi0,1

zum Ziel.

Mit den smartmontools ändern Sie auch unter Linux die TLER-Einstellungen; oft müssen Sie diese aber erst über die Paketverwaltung einspielen. Damit die smartmontools bei jedem Systemstart das Kommando zum Abschalten von TLER an die Platte schicken, können Sie den Befehl

smartctl -l scterc,0,0 /dev/sdX

in das Skript etc/rc.local eintragen, das bei jedem Systemstart ausgeführt wird. Bei einer Handvoll Distributionen funktioniert das allerdings nicht. Dort bietet es sich an, die Einstellung durch smartd setzen zu lassen, wie es oben für Windows beschrieben wurde; die dabei benötigte Konfigurationsdatei smartd.conf finden Sie im Verzeichnis /etc/. Zusätzlich müssen Sie das System anweisen, den Smart-Daemon bei jedem Boot als Hintergrunddienst zu starten. Bei Ubuntu geht das über diesen Befehl:

update-rc.d smartmontools enable

(boi)

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