Geräte pro MIDI-Port

Praxis & Tipps | Tipps & Tricks

Kann ich eigentlich mehrere Geräte parallel an einen MIDI-Port anschließen, vielleicht über eine Art Y-Adapter?
An einen MIDI-Port können Sie erst einmal nur ein Gerät hängen. Mehrere Geräte lassen sich allerdings kettenartig miteinander verbinden, wobei in der Regel der sogenannte MIDI-Thru-Port benutzt wird, der das Eingangssignal von der MIDI-In-Buchse unbearbeitet durchschleift. Theoretisch können Sie bis zu 16 Geräte hintereinander hängen, da das MIDI-Protokoll 16 Kanäle adressieren kann.

In der Praxis wird das ohne jegliche Fehlerkorrektur gesendete Signal bereits nach fünf bis sieben Geräten so stark verzerrt, dass es zu Fehlfunktionen oder den berüchtigten „Notenhängern“ kommt.

Etwas anders sieht die Sache aus, wenn Ihr Instrument gar keine „echte“ Thru-Buchse besitzt, sondern nur eine auf Thru-Betrieb umschaltbare Out-Buchse; bei manchen Geräten läuft das Signal dann über den internen Prozessor, womit sich jede gespielte Note am Ausgang um etwa zehn Millisekunden „verspätet“. Manche Instrumente sind für ihren laxen Umgang mit MIDI-Daten regelrecht berüchtigt und können bereits am Anfang einer MIDI-Gerätekette für Verzögerungen oder Übertragungsfehler sorgen.

Hier sollten Sie eine MIDI-Thru-Box einsetzen, die eine echte sternförmige Verteilung des Signals übernimmt. Im Unterschied zur kettenförmigen Verkabelung ist hier auch bei einer größeren Anzahl von Geräten nicht mit Beeinträchtigungen des Signals zu rechnen.

Auch einige „antike“ Synthesizer können im MIDI-Verbund Probleme bereiten. Der Roland JX3P beispielsweise kennt nur den MIDI-Omni-Mode und spielt alle Noten unabhängig vom ausgegebenen Kanal. Solchen Schätzchen spendiert man am besten einen eigenen MIDI-Ausgang. (nij)

Anzeige
Anzeige