Geschönte DSL-Speedtests?

Praxis & Tipps | Tipps & Tricks

Ich bin Kunde bei Kabel Deutschland und habe eine Bandbreite bis 100 MBit/s gebucht. Während der Speedtest von Kabel Deutschland immerhin 80 MBit/s signalisiert, kommen andere Speedtests nur auf 5 bis 15 MBit/s. Kann es sein, dass KD bei seinem eigenen Test die Werte schönt?

Die Unterschiede lassen sich leicht erklären und gehen vermutlich nicht auf Manipulationen des Netzbetreibers zurück. Zunächst: Speedtests ermitteln immer nur die Geschwindigkeit auf der Strecke von einem Anschluss zu dem Server, auf dem die jeweilige Mess-Software läuft.

Wenn Sie also Speedtests anderer Dienstleister verwenden, sind unterschiedliche Strecken im Spiel. Höchstwahrscheinlich gehen die Daten bei den „fremden“ Mess-Tools über die Netzgrenzen von Kabel Deutschland hinaus zu anderen Internet-Netzbetreibern.

Die Messergebnisse variieren je nachdem, wie schnell die Teilstücke sind und wie viel Kapazität die an der Übertragung beteiligten Router selbst zum Mess-Zeitpunkt übrig haben. Hinzu kommt: Je kürzer die Strecke, desto weniger Router sind beteiligt, die überlastet sein könnten. Das gute Ergebnis bei Kabel Deutschland dürfte also daher rühren, dass der zum Messen eingesetzte Server sehr nahe an Ihrem Anschluss liegt und alle an der Messung beteiligten Netzelemente genügend Kapazität hatten.

Die schlechteren Ergebnisse der anderen Mess-Programme deuten hingegen darauf hin, dass die Anbindungen nach draußen eher schwach sind. Das kann bedeuten, dass die Peering-Kapazitäten auf den jeweiligen Strecken zum Messzeitpunkt zu gering waren. Sind die Messergebnisse auch täglich oder wöchentlich reproduzierbar, kann man annehmen, dass die Peering-Kapazitäten auf den entsprechenden Strecken generell zu niedrig sind, um von KD-Anschlüssen ausgeschöpft zu werden. (dz)

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