Gesundheitsschäden durch PCs

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Wie gefährlich ist eigentlich mein PC für meine Gesundheit? Ich denke dabei einerseits an Elektrosmog, andererseits an giftige Dämpfe - vor allem bei neuen Elektronik-Geräten riecht man das ja sogar.
Tatsächlich geben praktisch alle elektronischen Geräte, also auch Computer, sowohl elektromagnetische Strahlung als auch gasförmige chemische Verbindungen an ihre Umgebung ab. Beide Emissionstypen sind potenziell gesundheitsschädlich - doch eine allgemeine Abschätzung des Risikos für die menschliche Gesundheit scheint zurzeit nicht seriös möglich.

Zur Emission elektromagnetischer Wellen lässt sich sagen, dass die Grenzwerte für geschlossene PCs laut EMV-Vorschriften um einige Zehnerpotenzen unterhalb der zulässigen Werte für Handys und schnurlose Telefone liegen. Selbst offene Rechner mit 3-GHz-Prozessor dürften also nur wenige Tausendstel der Strahlungsleistung eines sendenden Handys emittieren. Und selbst über die Einstufung des Schädigungspotenzials von Handys streiten sich die Experten - in Bezug auf den PC sollte man aber beachten, dass die geringere Strahlungsleistung je nach Einsatz sehr viel länger ansteht als bei der gewöhnlichen Handy-Nutzung.

In Bezug auf die Gesundheitsgefahren durch schädliche Gase aus dem PC-Inneren gibt es ebenfalls wenig stichhaltige Informationen. Unbestritten ist, dass manche PCs große Mengen flüchtiger organischer Verbindungen, so genannte Volatile Organic Compounds (VOC), abgeben. Diese stammen aus Lacken, Reinigungs-, Lösungs- und Flussmittelresten und vor allem aus den elektronischen Leiterplatten und Bauelementen. Nach Studien des TÜV Nord geben elektronische Geräte der Unterhaltungselektronik - und PCs sind diesbezüglich nicht wesentlich anders konstruiert - weit über hundert verschiedene VOC ab. Von diesen wurden bisher nur wenige auf Gesundheitsrisiken untersucht, außerdem findet man bei Geräten unterschiedlicher Herkunft und Produktionsart teils völlig verschiedene Stoffe.

Im Vergleich zu anderen elektronischen Produkten liegen die VOC-Emissionen von Personalcomputern durchweg höher, in modernen Rechnern entsteht viel Abwärme, die die VOC-Emission anheizt. Zudem pustet der eingebaute Netzteillüfter diese Gase in die Umgebung. Überdies wirbeln die Lüfter viel Staub auf, was vor allem Allergikern zu schaffen macht.

Eine allgemeine Aussage über das gesundheitliche Risikopotenzial durch den PC-Betrieb ist nicht möglich, man muss immer den konkreten Einsatzfall betrachten: Einige Rechner emittieren deutlich weniger VOC als andere, außerdem spielt es eine Rolle, ob man raucht oder ob im Arbeitszimmer noch giftige Teppich- oder Parkettkleber verarbeitet wurden. (ciw)

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