Install.wim größer als 4 GByte

Praxis & Tipps | Tipps & Tricks

Sie haben in Ausgabe 23/15 berichtet, wie man individuelle Windows-Installationsmedien bauen kann, in denen die Windows-Updates bereits integriert sind. Ich habe das gemacht, doch wurde meine WIM-Datei, die die Windows-8.1-Installationsdateien enthält, dabei größer als 4 GByte. Dadurch lässt sie sich nicht auf das FAT32-formatierte USB-Laufwerk schreiben. Das Ändern auf NTFS kommt nicht in Frage, weil im UEFI-Modus das Booten nur von FAT32 klappt. Und nun?

bcdedit /store g:\efi\microsoft\boot\bcd /set {default} device ramdisk=[h:]\sources\boot.wim,{7619dcc8-fafe-11d9-b411-000476eba25f} 
bcdedit /store g:\efi\microsoft\boot\bcd /set {default} osdevice ramdisk=[h:]\sources\boot.wim,{7619dcc8-fafe-11d9-b411-000476eba25f} 
bcdedit /store g:\boot\bcd /set {default} device ramdisk=[h:]\sources\boot.wim,{7619dcc8-fafe-11d9-b411-000476eba25f} 
bcdedit /store g:\boot\bcd /set {default} osdevice ramdisk=[h:]\sources\boot.wim,{7619dcc8-fafe-11d9-b411-000476eba25f}
Vier Befehle biegen den Bootloader um, damit ein von einer FAT32-Partition bootendes Windows-Setup-Programm auf einer NTFS-Partition weitermacht.

Einen Trick, eine Datei mit mehr als 4 GByte Umfang auf eine FAT32-Partition zu schreiben, kennen wir nicht, und in (SWM-)Teile aufgesplittete WIM-Dateien kann das Windows-8.1-Setup-Programm nicht mehr installieren. Ihr Problem lässt sich aber trotzdem lösen. Erstellen Sie zwei Partitionen auf dem USB-Laufwerk, eine zum Booten mit FAT32 und eine für die Installationsdaten mit NTFS. Das klappt allerdings nur mit USB-Festplatten oder mit den seltenen USB-Sticks, deren Firmware sich als Festplatte meldet. Man erkennt sie üblicherweise am Hinweis „Geeignet für Windows To Go“. Denn auf allen anderen USB-Sticks will Windows partout nur eine Partition erstellen und nutzen.

Retten Sie zuerst alles vom USB-Laufwerk. Dann löschen Sie in der Datenträgerverwaltung alle Partitionen darauf und erstellen am Anfang eine neue Partition. Als Größe reichen 100 MByte, als Dateisystem wählen Sie FAT32 (Obacht, es ist stattdessen FAT vorausgewählt). Als Namen vergeben Sie etwas Eindeutiges wie „USB-Boot“. Setzen Sie diese Partition aktiv. Den gesamten restlichen Platz des Laufwerks weisen Sie einer zweiten Partition mit dem Dateisystem NTFS und einem Namen wie „USB-Daten“ zu. Falls der Explorer nachfragt, ob er die Laufwerke formatieren soll: Nein, soll er nicht, ist bereits erledigt.

Kopieren Sie nun Ihr komplettes Installationsmedium mitsamt der großen WIM-Datei auf die USB-Daten-Partition. Die Ordner „boot“ und „efi“ sowie die Dateien „bootmgr“ und bootmgr.efi“ hingegen kopieren Sie auf die Partition USB-Boot. Nun biegen Sie noch den Bootloader um. Das erledigen vier längliche Befehle in einer mit Adminrechten laufenden Eingabeaufforderung – keine Bange, Sie müssen die Zeilen aus dem Listing nicht abtippen. Über den c’t-Link unten finden Sie eine Textdatei, aus der Sie die Zeilen einfach herauskopieren können. Passen Sie darin aber unbedingt die hier rot gefärbten Laufwerksbuchstaben an. Hier im Beispiel sind es g: für USB-Boot und h: für USB-Daten. Der Rest ist inklusive der kryptischen ID überall identisch.

Das so erstellte USB-Laufwerk bootet sowohl im UEFI- als auch im BIOS-Modus und kann Install.wim-Dateien installieren, die quasi beliebig groß sein dürfen – die Laufwerkskapazität ist die einzig bekannte Grenze. (axv@ct.de)

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