Intel-LAN unter Windows Server 2008

Praxis & Tipps | Tipps & Tricks

Für einen kleinen (Test-)Server haben wir selbst Hardware zusammengesucht, darunter das Intel-Mainboard DB65AL. Dessen Gigabit-Ethernet-Chip von Intel sahen wir als Vorteil, aber leider lässt sich der Intel-Treiber unter Windows Server 2008 nicht installieren. Müssen wir nun eine andere Intel-Netzwerkkarte einstecken?
Vergrößern Auch Intels Netzwerkchip 82579V lässt sich unter Windows Server 2008 nutzen – wenn auch mit unsigniertem Treiber.
Nicht, wenn Sie einen unsignierten User-Mode-Treiber akzeptieren. Auf Ihrem Mainboard sitzt der Intel-Netzwerkchip 82579V, der eng verwandt ist mit dem teureren 82579LM. Allerdings verweigert Intel dem billigeren Produkt die Windows-Server-Unterstützung, obwohl die beiden LAN-Chips etwa unter Windows 7 64-Bit mit demselben Treiber e1c62x64.sys aus dem Intel-Treiberpaket (siehe c’t-Link unten) laufen.
Die beiden Netzwerkchips tragen unterschiedliche PCI-IDs, anhand derer sie sowohl Windows als auch das Treiber-Setup unterscheiden kann. Wenn man das Treiberpaket manuell in ein Unterverzeichnis entpackt und eine .inf-Datei bearbeitet, lässt sich der Treiber auch unter Windows Server 2008 installieren. Speichern Sie dazu diese Treiberdatei PROWinx64.exe vom Intel-Server beispielsweise im Verzeichnis C:\Intel und öffnen Sie das Verzeichnis im Explorer. Mit einem Rechtsklick bei gedrückter Umschalttaste können Sie hier eine Eingabeaufforderung öffnen. Der Treiber entpackt sich nach Eingabe des Befehls
PROWinx64.exe /f . /e /s
Im Unterverzeichnis C:\Intel\PRO1000\Winx64\NDIS62 liegt nun die Datei e1c62x64.inf, die Sie mit einem Texteditor öffnen. Die „bösen Zeilen“ stehen im Abschnitt [Control Flags]. Sie werden durch Auskommentieren unwirksam, indem Sie an den Anfang jeder der drei folgenden Zeilen ein Semikolon setzen:
;ExcludeFromSelect = \
; PCI\VEN_8086&DEV_1502,\
; PCI\VEN_8086&DEV_1503
Auch im Abschnitt [Intel.NTamd64.6.1] sind noch drei Zeilen Anpassung nötig. Kopieren Sie dazu die drei Zeilen, die mit „%E1503NC.“ beginnen, aus dem darüberstehenden Abschnitt [Intel.NTamd64.6.1.1] und fügen Sie diese im Abschnitt [Intel.NTamd64.6.1] unter jenen Zeilen ein, die mit „%E1502NC.“ beginnen. Nun löschen Sie bei den drei soeben eingefügten Zeilen in der zweiten Spalte noch jeweils die Zeichenkette „.6.1.1“ hinter „= E1503“ – so soll es dann aussehen:
[Intel.NTamd64.6.1]
%E1502NC.DeviceDesc% = E1502, PCI\VEN_8086&DEV_1502
%E1502NC.DeviceDesc% = E1502, PCI\VEN_8086&DEV_1502&SUBSYS_00011179
%E1503NC.DeviceDesc% = E1503, PCI\VEN_8086&DEV_1503
%E1503NC.DeviceDesc% = E1503, PCI\VEN_8086&DEV_1503&SUBSYS_00011179
%E1503NC.DeviceDesc% = E1503, PCI\VEN_8086&DEV_1503&SUBSYS_80011025
Nach dem Abspeichern der bearbeiteten Datei e1c62x64.inf wechseln Sie in den Geräte-Manager, wo der 82759V mit der PCI-ID 8086:1503 unter „Andere Geräte“ als unbekannter „Ethernet-Controller“ mit gelbem Ausrufezeichen auftaucht. Per Doppelklick auf das Symbol gelangen Sie in das Eigenschaften-Fenster, wo Sie den „Treiber aktualisieren“ müssen. Lassen Sie nun das System „Auf dem Computer nach Treibersoftware suchen“, wobei Sie anschließend „Aus einer Liste von Gerätetreibern auswählen“. Dort nehmen Sie den Gerätetyp Netzwerkadapter und gelangen dann in ein Fenster, wo Sie einen Datenträger angeben können.
Klicken Sie sich nun bis zum Verzeichnis C:\Intel\PRO1000\Winx64\NDIS62 durch und wählen dort die zuvor bearbeitete .inf-Datei aus. Nun müssen Sie abermals den richtigen Netzwerkadapter treffen, doch es sollte nur die „Intel 82579V Gigabit Network Connection“ auftauchen – mit dem Hinweis, der Treiber sei nicht signiert. Trotzdem lässt er sich ohne Weiteres laden und arbeitete in unseren Tests problemlos, auch Wake On LAN funktionierte einwandfrei. (ciw)

Infos zum Artikel

0Kommentare
Kommentieren
Kommentar verfassen
Anzeige

Anzeige

Anzeige