Linux: Volle Platte halbleer

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Ich habe einen Linux-Server, der sich merkwürdig benimmt: In den Logs tauchen Hinweise auf, dass die Platte voll sei. Wenn ich aber df -h aufrufe, kann ich der Ausgabe entnehmen, dass nur 75 Prozent der Platte belegt sind. Ich kann aber keine Dateien anlegen. Was ist da los?

Womöglich sind dem Dateisystem die Inodes ausgegangen. Gewissheit können Sie sich durch Aufruf von df -i verschaffen. Das Kommando zeigt dann an, wie viele Inodes noch frei sind. Sind alle in Benutzung, geht auf dem Dateisystem nichts mehr. Die Kunst besteht jetzt darin herauszufinden, wer den für die Verwaltungsinformationen des Dateisystems nötigen Speicherplatz (die Inodes) frisst. Viele kleine von einem Dienst angelegte Dateien sind dabei besonders verdächtig.

Leider ist der Handlungsspielraum für die Detektivarbeit etwas eingeschränkt, wenn das Linux-System nur über die eine Festplatte verfügt, auf der keine Inodes mehr frei sind. Dann scheitern einfache Kommandoketten aus find, sort und Co., weil sie keine temporären Dateien anlegen können. Bequemer geht es mit einem Rettungssystem, das Sie von CD oder Stick booten und in dem Sie dann die betroffene Platte mounten.

Im Zweifelsfall gehen Sie den gesamten Dateibaum durch, den ein ls -R / ausspuckt. Unter Generalverdacht steht alles unter /var und /tmp – dort legen viele Prozesse temporäre Daten ab, PHP unter anderem pro Session eine Datei in /var/lib/php5. Womöglich versagt hier ein cron-Job, der alte Sitzungsdaten abräumen soll. Gängige Ursache dafür sind ungültige Optionen in der PHP-Konfiguration, die das Skript zur Ermittlung der Session-Haltbarkeit zu Fall bringen (etwa /usr/lib/php5/maxlifetime). (ps)

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