Linux auf Flash-Speicher installieren

Praxis & Tipps | Tipps & Tricks

Für den Bau eines leisen PC würde ich gerne auf einem lüfterlosen VIA-Board das Linux-System auf eine CF-Karte via IDE-Adapter oder einen USB-Stick installieren und so alle beweglichen Teile vermeiden. Wie ist es denn bei häufigen Schreibzugriffen beispielsweise für die Log-Dateien um die Haltbarkeit der Flash-Zellen bestellt?
Einzelne Flash-Zellen verkraften nicht besonders viele Schreibzyklen. Die Hersteller sichern gerade einmal 10 000 bis 100 000 Löschzyklen zu, geben aber an, dass ihre Zellen im Schnitt das Zehnfache erreichen können. Mit der Praxis haben diese Werte jedoch nahezu nichts zu tun. In den Speicherchips sitzen ausgeklügelte State-Machines, die Schreibzugriffe gleichmäßig über die Zellen verteilen (wear levelling), defekte Zellen verstecken und unter Umständen sogar Daten umkopieren. Über die genauen Tricks und Mechanismen schweigen sich die Hersteller allerdings aus. Das Betriebssystem bekommt von diesen Vorgängen nichts mit und hat auch keinerlei Einfluss darauf.

Der Frage, wie lange Flash-Speicher wirklich hält und wie oft man ihn beschreiben kann, sind wir in c't 23/06, S. 136, nachgegangen. Wir haben uns redlich bemüht, einzelne Sektoren kaputt zu schreiben. Doch auch nach mehr als 16 Millionen Schreibvorgängen auf ein und dieselbe Datei konnten wir keinerlei Fehler feststellen.

Die Log-Files, die ein Linux-System schreibt, wachsen kontinuierlich. Es wird somit ohnehin nicht immer der gleiche Sektor belastet. Wer dem Frieden dennoch nicht traut, sollte seine syslog.con abspecken, damit weniger Log-Meldungen entstehen. Schreibt man vor jede Log-Datei ein „-“-Zeichen, so schreibt der syslogd nicht jeden einzelnen Eintrag auf den Flash-Speicher, sondern sammelt immer ein paar. Einige Linux-Distributionen wie beispielsweise Damn Small Linux (siehe Soft-Link) sind bereits für den Einsatz auf USB-Sticks optimiert. (bbe)

Soft-Link

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