Mainboard-Software installieren – oder nicht?

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Meinen PC habe ich selbst zusammengebaut und zögere nun, ob und welche Windows-Software ich von der Treiber-DVD installieren soll, die dem Mainboard beiliegt. Was rät c’t?

Wir raten zur Vorsicht. Je weniger Programme Sie installieren, desto geringer ist das Risiko für Sicherheitslücken und andere Probleme. Doch manche Mainboard-Funktion lässt sich nur mit den passenden Treibern nutzen oder mit spezieller Windows-Software. Daher ist eine pauschale Antwort nicht möglich.

Im c’t-Labor installieren wir nicht einfach unbesehen sämtliche Treiber und Programme von der mitgelieferten Treiber-CD oder -DVD. Wir probieren vielmehr aus, welche Treiber Windows 7 oder Windows 8.1 mitbringen oder über das Windows-Update automatisch beschaffen. Das klappt allerdings nur, wenn der Netzwerkadapter erkannt wurde – falls nicht, muss man zunächst den nötigen Treiber von der DVD installieren. Zeigt der Geräte-Manager anschließend noch unbekannte Geräte, holen wir im c’t-Labor meistens die frischen Treiber von der Webseite des jeweiligen Hardware-Herstellers – auf keinen Fall von dubiosen Treiber-Sammelseiten.

Häufig nötig sind Treiber für den Chipsatz (bei Intel: .inf-Update), die integrierte Grafik, den SATA-AHCI-Controller (bei Intel: RST-Treiber) sowie den Soundchip. Im Grafiktreiber steckt üblicherweise auch der Soundtreiber für den HDMI- oder DisplayPort-Ausgang. Bei Intel-Chipsätzen braucht man oft noch den Treiber für die Management Engine (Intel ME), bei Asus-Mainboards einen für ein virtuelles Gerät, das die Energieverwaltung steuert (AMDA00 Interface).

Weitere Programme des jeweiligen Mainboard-Herstellers sollten Sie mit Bedacht aufspielen. Wählen Sie nur solche, deren Funktion Sie verstehen. Manche Utilities werden bei jedem Systemstart geladen und verlängern die Boot-Dauer. Einige installieren ständig laufende Windows-Dienste oder suchen regelmäßig auf ausländischen Servern nach Updates. Über die Sicherheit solcher Funktionen ist wenig bekannt. Aus ähnlichen Erwägungen heraus würden wir auch auf kostenlosen Online-Speicher auf internationalen Servern verzichten und keine Sync-Tools dafür installieren.

Manche Utilities verursachen Kompatibilitätsprobleme. So beklagen einige Besitzer von Asus-Mainboards, dass die „AI Suite“ manche Logitech-Webcams stört. Eine Komponente der AI Suite überwacht nämlich USB-Ports um Geräte zu erkennen, bei denen sie höhere Ladeströme als 0,5 oder 0,9 A freischaltet.

Wenn Sie nicht übertakten wollen, brauchen Sie keine Overclocking-Tools. Manchmal zeigt die Übertaktungssoftware allerdings auch Lüfterdrehzahlen und Spannungen an – auf dieses Hardware-Monitoring müssen Sie dann ebenfalls verzichten. (ciw@ct.de)

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