Mainboard-Wechsel ohne Neuinstallation

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Mein Windows-7-PC ist mir zu lahm, gerne würde ich aufrüsten. Dazu muss ich angesichts meiner angestaubten Hardware jedoch ein neues Mainboard einbauen. Kann ich es sorgenfrei tauschen, ohne Windows 7 neu installieren zu müssen?

Frei nach Radio Eriwan: Kommt darauf an! In den allermeisten Fällen klappt der Mainboard-Austausch problemlos ohne Neuinstallation, aber manchmal geht er leider schief.

Nach unseren Erfahrungen wuchs mit jeder Windows-Generation die Wahrscheinlichkeit für reibungslosen Board-Tausch. Meistens muss man anschließend bloß ein paar zusätzliche Treiber installieren und Windows neu aktivieren – fertig. Allerdings wird man sich bei späteren Problemen mit dem System vielleicht fragen, ob deren Ursache nicht doch vielleicht beim Umzug ohne frische Installation entstanden ist.

Falls Windows nach dem Mainboard-Tausch nicht mehr startet oder schlecht läuft, kann die Fehlersuche viel Zeit kosten. Manche Probleme lassen sich allerdings relativ leicht lösen. Das gilt etwa, wenn das System nach dem Umbau zwar startet, aber der Monitor kein Bild zeigt. Oft liegt das an Problemen mit dem Grafiktreiber. Daher ist es ratsam, möglichst noch vor dem Mainboard-Tausch den bei Windows eingebauten Standardtreiber für Grafikkarten zu laden: Der liefert zwar oft nur eine unschöne Bildauflösung, funktioniert aber mit praktisch allen GPUs.

War das Einspielen des Standardtreibers etwa wegen eines Defekts beim alten System nicht mehr möglich, klappt es meistens auch nach dem Hardware-Tausch, wenn man es im abgesicherten Modus (F8-Taste beim Booten) startet: Dann wählt man im Geräte-Manager unter Grafikkarte via „Treibersoftware aktualisieren“, „auf dem Computer nach Treibersoftware suchen“, „aus einer Liste (…) auswählen“ die „Standard-VGA-Grafikkarte“ (Windows 8: Basic Display Adapter). Nach einem Neustart im normalen Betriebsmodus sollte sich dann der eigentlich passende Grafiktreiber von AMD, Intel oder Nvidia installieren lassen.

Sofern das neue System einen anderen Grafikprozessor verwendet als das alte, sollte man die alte Treibersoftware beziehungsweise die mit den Grafik-Treiberpaketen oft mitgelieferten Zusatzprogramme über die Systemsteuerung deinstallieren.

Bricht der Bootvorgang mit einem Bluescreen (Stop 0x0000007b) ab oder startet das System immer wieder neu, erkennt die alte Windows-Installation möglicherweise den neuen SATA-Hostadapter nicht, an dem die Festplatte mit der Systempartition hängt. Häufig liegt das daran, dass der SATA-Controller beim alten System im IDE-kompatiblen Modus lief und beim neuen im AHCI-Modus – oder umgekehrt. Das lässt sich im BIOS-Setup umstellen. Später kann man bei Windows 7 den nötigen Treiber für den jeweils anderen Betriebsmodus nachrüsten (siehe c’t 19/11, http://heise.de/-1326072). (ciw)

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