Netzwerkbrücken bauen

Praxis & Tipps | Tipps & Tricks

Ich möchte auf meinem Opensuse Linux 10.3 mit der virtuellen Maschine Virtualbox OSE experimentieren und benötige dafür eine Netzwerk-Bridge. Allerdings scheint es, als könne das Einrichtungswerkzeug Yast keine Bridge erstellen. Gibt es eine Alternative?
Das Einrichtungshilfsmittel Yast richtet erst ab der kommenden Version 11 Netzwerkbrücken ein. Soll Opensuse 10.2 oder 10.3 eine LAN-Bridge aufbauen, muss Yast das Netzwerk über die „traditionelle Methode mit ifup“ verwalten – also über Textdateien. Die eigentliche Netzwerkbrücke und virtuelle Schnittstellen baut dann das Kommando brctl auf, das sich im Paket bridge-utils findet.

Damit Opensuse eine Bridge beim Booten startet, muss unter /usr/sysconfig/network eine Datei vorhanden sein, die für die erste Netzwerk-Bridge ifcfg-br0 heißen muss. In der Datei stehen neben den üblichen Einrichtungsparametern (IP-Adresse, Netzwerkmaske, …) einige Angaben, die spezielle Bridge-Parameter festlegen – Details dazu finden sich in der Man-Page von brctl und in der Datei ifcfg.template im selben Verzeichnis. Für eine Bridge mit einer statischen und privaten IP-Adresse, die die beiden Netzwerkkarten eth0 und eth1 überbrückt, muss ifcfg-br0 Folgendes enthalten:

IPADDR=192.168.2.1
NETMASK=255.255.255.0
NETWORK=
BROADCAST=
STARTMODE=auto
USERCONTROL=no
BRIDGE='yes'
BRIDGE_PORTS='eth0 eth1'
BRIDGE_AGEINGTIME='300'
BRIDGE_FORWARDDELAY='0'
BRIDGE_HELLOTIME='2'
BRIDGE_MAXAGE='20'
BRIDGE_PATHCOSTS='19'
BRIDGE_PORTPRIORITIES=
BRIDGE_PRIORITY=
BRIDGE_STP='on'

Ist die Datei erstellt, benennt man die Einrichtungsdatei für die eigenen Netzwerkkarten (ifcfg-eth0, ifcfg-eth1) um oder verschiebt sie in ein anderes Verzeichnis. Anschließend teilt das Kommando /etc/rc.d/network restart dem Betriebssystem die neuen Einstellungen mit. Zeigt der Befehl ifconfig nun eine Schnittstelle namens br0, ist die Brücke aktiv. (rek)

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