Oktale Zahlen in der Browser-Adresszeile

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Ich habe nach Ihren Tipps aus der c’t-Ausgabe 9/14 auf Seite 90 die IP-Adresse meines Routers geändert und ihn neu gestartet. Internetzugang habe ich noch. Aber wenn ich jetzt versuche, die Konfigurationsseite des Routers per http://192.168.068.023/ zu erreichen, meldet der Browser, der Server könne nicht gefunden werden (Firefox) beziehungsweise die Seite könne nicht angezeigt werden (Internet Explorer). Was mache ich falsch?

Da sind Sie einer Konvention aus dem Pleistozän des Internet aufgesessen, die sich schon vor 11 Jahren bei Windows 2000 bemerkbar machte (siehe c’t-Link): IPv4-Adressen dürfen auch als Oktalzahlen angegeben werden, die dann mit einer führenden Null gekennzeichnet sind. Auch aktuelle Betriebssysteme wie Windows 8.1, Ubuntu 13.10 oder Mac OS X 10.9 halten sich noch an diese Regel.

Die beim oktalen 068 nicht erlaubte Ziffer „8“ wird dabei stillschweigend zur korrekten 10 gewandelt, womit daraus 56 wird (068 –> 070 –> 7 × 8+0). Aus 023 wird entsprechend 19 (2 × 8+3). Unter der so entstandenen Adresse 192.168.56.19 findet der PC den Router dann aber nicht. Lassen Sie also die führenden Nullen (in diesem Beispiel bei 68 und 23) weg und alles ist gut.

Während das Shell-Werkzeug ping sich unter Windows, Linux und Mac OS X gleich verhält, ist das bei Browsern anders: Firefox und Internet Explorer unter Windows wandeln die Adresse um und scheitern. Unter den anderen Betriebssystemen verwerfen die Browser (Firefox, Chromium, Safari) dagegen einfach die führenden Nullen und zeigen die Router-Seite an. (ea)

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