Passende Speichermodule fürs Mainboard

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Sie empfehlen in der c’t oft, man solle möglichst Speichermodule einbauen, die der Hersteller des jeweiligen Mainboards empfiehlt. Das klappt bei mir nicht: Keines der DIMMs aus der „Qualified Vendor List“ (QVL) meines Asus-Mainboards kann ich hierzulande bestellen. Was soll ich tun?

Zunächst empfiehlt sich ein Blick auf die Webseiten sogenannter „Third Party“-RAM-Hersteller wie Kingston und Crucial. Dort finden sich oft Angaben aus der umgekehrten Perspektive, nämlich aus der Sicht der DIMM-Fabrikanten. Diese empfehlen ihrerseits den Einsatz bestimmter Speichermodule auf bestimmten Mainboards oder in bestimmten PC-Typen. So lässt sich das Risiko von Inkompatibilitäten ebenfalls verringern; meistens leisten die DIMM-Hersteller für solchen „systemspezifischen“ Speicher auch besseren Support.

Eigentlich sollten Speicherriegel, die den Vorgaben des Standardisierungsgremiums JEDEC voll entsprechen, problemlos auf dafür ausgelegten Mainboards laufen, auch in beliebigen Kombinationen. Das klappt auch meistens, jedenfalls beim ohnehin empfehlenswerten Betrieb mit den in der Spezifikation standardisierten Vorgaben für Spannung, Taktfrequenz und Latenzen. Wer sich nicht genau auskennt, findet aber nicht ohne Weiteres heraus, welche Betriebsparameter ein bestimmter Prozessor laut Datenblatt unterstützt und welche vermeintlich schnelleren Parameter der Mainboard-Hersteller zusätzlich verspricht.

So erwähnt Intel beispielsweise bei LGA1150-Prozessoren wie dem Core i5-4000 höchstens DDR3-1600-RAM, viele Mainboard-Hersteller geben aber auch DDR3-1866 oder gar DDR3-2133 frei – wenn auch manchmal nur mit jeweils einem DIMM pro Kanal. Mit solchen Modulen läuft der Speicher-Controller im Prozessor jenseits seiner Spezifikation – also übertaktet –, daher gibt es ein höheres Risiko von Inkompatibilitäten. Folglich ist es ratsam, vom Mainboard-Hersteller ausdrücklich empfohlene DIMMs zu kaufen.

Wenn auch Third-Party-Modulhersteller keine Empfehlung liefern, dann kaufen Sie einfach Module mit „normalen“ Betriebsparametern ohne zierende Blechdeckel, etwa DDR3-1600 mit den Latenzwerten 11-11-11 oder DDR4-2133-15-15-15. Höhere RAM-Taktfrequenz und kürzere Latenzen bringen bei typischen PC-Anwendungen ohnehin keine relevanten oder spürbaren Vorteile.

Mainboards für Desktop-PCs brauchen üblicherweise ungepufferte Speicherriegel (UDIMMs) ohne Zusatzchips für ECC (Error Correction Code). Registered DIMMs (RDIMMs) mit ECC funktionieren nur in dafür ausgelegten Workstations und Servern. Die bei bestimmten Zugriffen sparsameren DDR3L-Module mit 1,35 statt 1,5 Volt Betriebsspannung sind nur für Systeme sinnvoll, die sie ausdrücklich unterstützen – etwa manche Notebooks und Mini-PCs, die mit normalem DDR3-SDRAM gar nicht erst starten. Typischerweise passen in solche Systeme nur kompakte Small-Outline-(SO-)DIMMs. (ciw)

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