Prepaid-Karte überraschend gekündigt

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¯ Meine achtjährige Tochter hat stets ein ausgeschaltetes und geladenes Handy dabei, mit dem sie mich anrufen kann. Zum Einsatz kommt es so gut wie nie. Kürzlich entdeckten wir eher durch Zufall, dass die SIM-Karte nicht mehr aktiv ist. Ein Anruf beim Provider ergab, dass der Vertrag wegen Inaktivität gekündigt wurde. Dürfen die das so einfach?

¯ Ja, das dürfen die. Telekommunikationsverträge können wie alle anderen Verträge auch fristgerecht und ohne Angabe von Gründen von beiden Seiten gekündigt werden, also auch vom Anbieter.

Die nächstliegende Lösung wäre ein günstiger Handy-Vertrag. Postpaid-SIM-Karten ohne strikte Kosten- oder Anrufkontrolle gehören jedoch keinesfalls in die Hände von Kindern. Items für Browsergames lassen sich beispielsweise auch per Anruf an 0900-Rufnummern bezahlen. Dabei können in kurzer Zeit sehr große Beträge auflaufen.

Bei einigen Vertragsangeboten gibt es spezielle Kinder- oder Familienkarten mit Kostenkontrolle, die mit dem Hauptvertrag verbunden sind. Hier besteht kein Kostenrisiko und keine Gefahr, dass die SIM-Karte unbemerkt deaktiviert wird, auch bei längerer Nichtnutzung. Jedoch werden für solche Zusatzkarten in vielen Fällen recht happige monatliche Gebühren fällig.

Das Mittel der Wahl sind also Prepaid-Angebote, weil sie günstig sind und volle Kostenkontrolle bieten. Einige Prepaid-Anbieter, beispielsweise Lycamobile, definieren im Kleingedruckten ein Aktivitätszeitfenster, oft 6 oder 12 Monate nach der letzten Aufladung oder Benutzung. Die meisten haben aber keine transparenten Kriterien, sondern kündigen den Vertrag automatisch, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind; üblicherweise eine regelmäßige Aufladung mindestens alle 6, 12 oder 15 Monate.

In vielen Fällen erfolgt die Kündigung per SMS. Ist das Gerät ständig ausgeschaltet, bekommt man die Kündigung gar nicht mit. Besonders kundenfreundlich ist Congstar – die Kündigung kommt nach 15 Monaten ohne Aufladung per E-Mail mit sechs Wochen Frist, das Konto nachzuladen und damit den Vertrag fortzusetzen.

Um sicherzustellen, dass eine Prepaid-Karte nicht deaktiviert wird, reicht üblicherweise eine jährliche Aufladung. Erledigen Sie das per Dauerauftrag, können Sie zwar die Überweisung nicht mehr versäumen, aber dafür den Dauerauftrag vergessen, wenn Sie die Karte eines Tages nicht mehr benötigen. So oder so müssen Sie sich um einen Prepaid-Vertrag mindestens einmal im Jahr kümmern. (uma@ct.de)

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