SATA-Übertragungsmodus auslesen

Praxis & Tipps | Tipps & Tricks

Gibt es eine Möglichkeit, mit der man feststellen kann, ob das SATA-Interface einer Festplatte mit 1,5 oder mit 3 GBit/s läuft?
Eigentlich kann Ihnen egal sein, ob Ihr Laufwerk mit 3 GBit/s läuft oder nicht: In der Praxis bringt das keinen Vorteil, denn bis heute liest und schreibt keine Festplatte sequenziell so schnell, dass sie auch nur die rund 125 MByte/s netto der ersten SATA-Schnittstellengeneration ausschöpfen würde.

Wer es trotzdem genauer wissen möchte, kommt je nach Mainboard-Chipsatz, verwendetem Treiber und SATA-Hostadapter auf verschiedenen Wegen zum Ziel: An Boards mit Nvidia-Chipsatz erfahren Sie im Geräte-Manager über den Eigenschaften-Dialog des Nvidia-Festplattencontrollers für jeden SATA-Anschluss separat, mit welchem Schnittstellentempo Ihre SATA-Festplatte gerade läuft. Dort lässt sich die Interface-Transferrate auch per Mausklick messen. Wenn Sie ein halbwegs modernes Board mit Intel-Chipsatz besitzen und AHCI nutzen, verrät indes die Intel Matrix Storage Console Näheres, und an Hauptplatinen mit AMD-Chipsatz hilft die RAID-Verwaltungssoftware RAIDXpert weiter (beide Tools finden Sie über den Soft-Link).

Sie können aber auch einfach mit unserem Festplatten-Benchmark H2benchw nachmessen. Mit Hilfe des Befehls

h2benchw -c 

misst der Festplatten-Benchmark die Interface-Transferrate. Dabei liest H2benchw mehrfach die ersten 64 KByte einer Festplatte ein. Diese Anforderung können Festplatten komplett aus dem Cache befriedigen. Befindet sich die Platte im maximalen Übertragungsmodus mit 3 GBit/s und ist sie mit einem 3-GBit/s-fähigen Controller verbunden, sollte sie bei dieser Messung Transferraten von mindestens 140 MByte/s liefern. Platten neuester Generation erreichen sogar um die 200 MByte/s bei Transfers aus dem Cache.

Sollten Sie sich eine Serial-ATA-II-Festplatte mit 3 GBit/s zugelegt haben und bei Ihren Messungen nun feststellen, dass sie nur mit 1,5 GBit/s arbeitet, kann das verschiedene Ursachen haben: Entweder unterstützt der Serial-ATA-Hostadapter nur den Betrieb mit 1,5 GBit/s oder Sie haben möglicherweise vergessen, den oft winzigen Jumper an der Festplatte zu entfernen, der die Interface-Transferrate auf 1,5 GBit/s begrenzt. Manche Hersteller setzen ihn, um Kompatibilitätsproblemen zwischen modernen Serial-ATA-II-Festplatten an älteren SATA-(1.0-)Hostadaptern vorzubeugen. (boi)

Soft-Link

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