SSD-Reserve richtig einrichten

Praxis & Tipps | Tipps & Tricks

Einige Hersteller von Solid-State Disks (SSDs) empfehlen, nicht die gesamte Nettokapazität des Speichermediums zu nutzen, sondern höchstens 80 bis 90 Prozent davon. Bringt das wirklich etwas? Falls ja: Muss ich deshalb beim Partitionieren der SSD etwas Besonderes beachten oder reicht es, einfach den Füllstand im Auge zu behalten?
Die nutzbare Nettokapazität aller aktuellen SSDs ist geringer als die Größe des jeweils gesamten aufgelöteten Flash-Speichers, weil schon ab Werk Reservebereiche vorgesehen sind. Das sogenannte Over-Provisioning, also das Schaffen einer noch größeren Reserve an freien Flash-Speicherzellen, kann unter gewissen Umständen und je nach Nutzungsweise die Geschwindigkeit der SSD beim Schreiben verbessern, auf die Geschwindigkeit beim Lesen wirkt sich die Reserve jedoch nicht aus. Das Beschreiben bereits teilweise befüllter Flash-„Blöcke“ dauert nämlich viel länger, als wenn der Controller sofort auf leere Zellen zugreift.
Je nach Füllstand, Controller, Firmware und Nutzung einer SSD beeinflusst die Anzahl freier Blöcke die Schreibgeschwindigkeit mehr oder weniger stark, zudem handelt es sich um statistische Effekte. Überdies werden Daten bei normaler PC-Nutzung sehr viel häufiger gelesen als geschrieben. Wenn Sie trotzdem eine zusätzliche Reserve freihalten wollen, dann lassen Sie beim Partitionieren der SSD schlichtweg den gewünschten Platz frei.
Alternativ können Sie eine sogenannte Host Protected Area (HPA) mit der als Reserve gewünschten Kapazität einrichten, die Windows und seiner Datenträgerverwaltung verborgen bleibt. Unter Linux kann man dazu den Befehl hdparm mit der Option –Np verwenden, muss dann aber recht unkomfortabel die später für Partitionen nutzbare Kapazität als Anzahl von (512-Byte-)Sektoren eintippen. Wir raten deshalb dazu, die Reserve falls gewünscht bei der Partitionierung freizulassen. (ciw)

Kommentare