SSD mit „Devsleep“-Funktion

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Mein Notebook möchte ich mit einer SSD beschleunigen. Dabei bin ich in den Produktbeschreibungen auf die Stromsparfunktion Devsleep gestoßen. Was bringt die?

Bei einem normalen Notebook oder einem Desktop-PC bringt Devsleep nichts oder jedenfalls keinen spürbaren Vorteil. Mit Devsleep – kurz für Device Sleep – bringt die SATA-Spezifikation 3.2 eine Funktion, mit der sich eine Solid-State Disk (SSD) oder Festplatte in einen besonders sparsamen Schlafmodus versetzen lässt. Zuvor schon konnte der SATA-Controller im Chipsatz oder auf einem Hostadapter (Host) mit dem Laufwerk oder der SSD (Device) Schlafmodi aushandeln. Dieses Link Power Management (LPM) greift, wenn keine Daten übertragen werden. Host und Device schalten ihre Leitungstreiber dann in einen von zwei möglichen Schlafmodi, genannt Partial und Slumber. Letzterer ist sparsamer, aber die Elektronik braucht mit 10 Millisekunden länger, um daraus aufzuwachen – im Partial-Modus dauert es nur 10 Mikrosekunden.

Die sparsamsten Platten und SSDs kommen im Slumber-Modus mit etwa 80 Milliwatt aus. Das ist bei normalen Notebooks und erst recht bei Desktop-PCs unwesentlich, CPU und Display-Hinterleuchtung schlucken sehr viel mehr. In den ACPI-Schlafmodi S3 und S4 sind SATA-Devices wiederum abgeschaltet, da kann Devsleep also nichts verbessern.

Devsleep zielt vielmehr auf den Pseudo-Schlafzustand Connected Standby alias Instant Go, den einige Windows-8-Tablets und -Hybridgeräte beherrschen. Dabei ist das Display abgeschaltet, aber das System arbeitet im S0ix-Modus auf Sparflamme weiter: So hält es wochenlang mit einer Akkufüllung durch, meldet aber trotzdem eingehende E-Mails oder Facebook-Benachrichtigungen, sofern passende Metro-Apps laufen.

Die bisherigen Stromsparfunktionen für den SATA-Link setzen voraus, dass die Leitungstreiber weiter mit Strom versorgt werden – sonst könnten sie ja den Befehl zum Wiedereinschalten nicht übertragen. Die SATA-Spezifikation 3.2 widmet deshalb die drei früher für die Versorgung mit 3,3 Volt vorgesehenen Kontakte im SATA-Stromstecker um – angeblich wurden sie kaum jemals genutzt. Über einen dieser Pins kann nun das Devsleep-Signal den SATA-Link komplett abschalten und wieder wecken. Damit lässt sich die Leistungsaufnahme auf weniger als 5 mW drücken – das spart im Vergleich zu Slumber also 75 Milliwatt. Zusätzlich wurde der Schlafmodus Runtime D3 (RTD3) definiert, der noch weniger Energiebedarf ermöglicht.

Devsleep muss nicht nur von der SSD unterstützt werden, sondern auch vom jeweiligen Notebook oder Tablet, seiner Firmware und den Treibern. Das ist überhaupt erst mit den jüngsten Intel-Chipsätzen ab dem Jahr 2013 möglich. Bei älteren Notebooks kann eine Devsleep-taugliche SSD nichts nützen – im Gegenteil: Wenn Sie großes Pech haben und die 3,3-Volt-Pins im SATA-Stecker des Notebooks Spannung führen, dann lässt sich die SSD nicht einmal einschalten, weil sie im Devsleep-Modus verharrt. (ciw)

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