SSD und Umwelt

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Solid-State Disks brauchen doch sehr wenig Energie. Belasten sie die Umwelt deshalb weniger als herkömmliche Festplatten?

Vermutlich nicht – und auch Ihre Einschätzung des Energieverbrauchs stimmt nicht immer. Es gibt viele SSDs, insbesondere unter den schnellsten mit SATA-6G-Schnittstelle, die mehr Energie schlucken als besonders sparsame Notebook-Festplatten im 2,5-Zoll-Format. Bei Notebooks kann die Akkulaufzeit also sogar sinken, wenn man die Festplatte gegen eine SSD tauscht – aber meistens sind die Unterschiede gering.

Die Produktion von Halbleiterbauelementen verschlingt große Mengen von Energie, unter anderem für die Herstellung von hochreinem Silizium, für die Gewinnung seltener Elemente und für die Bearbeitung der Wafer. Wir kennen eine US-amerikanische Studie aus dem Jahr 2010, die sich noch auf 45-Nanometer-Fertigungstechnik bezieht. Anhand dieser Zahlen lässt sich der Energieaufwand zur Produktion einer 128-GByte-SSD mit 20-nm-Chips auf ungefähr 200 bis 250 Kilowattstunden schätzen. Das entspricht ungefähr dem Drei- bis Vierfachen dessen, was für eine Notebook-Festplatte nötig ist, die auf einer einzigen Scheibe 500 GByte speichert. (ciw)

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