Schlafmittel für den Mac

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Seit kurzem beachtet mein Mac Mini die Energiespareinstellungen nicht mehr vollständig – ich habe eingestellt, dass er nach einer Minute Untätigkeit das Bildschirmsignal abschaltet und sich nach drei Minuten schlafen legt, aber die letzte Einstellung ignoriert er, obwohl ihn eigentlich keine Aufgaben davon abhalten sollten. Woran kann das liegen und was kann man tun?

Das Symptom kann vielerlei Ursachen haben. Ob es sich tatsächlich um einen seltenen Hardware-Defekt handelt, finden Sie am einfachsten heraus, wenn Sie den Mac im SafeMode starten (drücken Sie die Taste „S“, wenn der Boot-Sound ertönt). Wenn er anschließend schlafen geht, dürfte die Hardware in Ordnung sein und Sie müssen den Fehler im Software-Bereich suchen.

Wenn Sie übliche Anwendungen wie Internet- oder Bluetooth-Sharing ausgeschlossen haben, prüfen Sie Software von Drittanbietern. Bei der Analyse hilft das Kommando pmset. Falls eine Software den Schlaf verhindert, führt pmset -g in der Zeile „sleep 0“ die Nummer des Prozesses auf, der den Schlaf blockiert (zum Beispiel „imposed by 361“). Der Befehl ps auxw | grep -e 361 liefert den Prozessnamen.

Wenn die Prozessnummer auf den Systemprozess cupsd verweist, bedeutet das meist, dass ein Druckauftrag auf Erledigung wartet. Bringen Sie den Auftrag entweder zu Papier oder löschen Sie ihn („Systemeinstellungen“, „Drucker“, „Drucker-Warteliste“).

Prozesse, die nicht zum System gehören und allem Anschein nach hängen, kann man mittels kill Prozessnummer beenden. Wenn eine Software den Schlaf immer wieder stört, aber nicht wirklich benötigt wird, empfiehlt es sich, sie zu deinstallieren. Falls ein Deinstaller fehlt, kann man eine manuelle Deinstallation versuchen – ziehen Sie sie in den Papierkorb.

Falls das nicht hilft, dürfte die Software im Hintergrund vom Systemprozess LaunchD gestartet worden sein. Die Konfigurationsdateien dafür (LaunchDaemons) liegen in einem der drei Ordner ~/Library/LaunchAgents, /Library/LaunchDaemons und /Library/LaunchAgents. Man kann sie im Terminal nach dem Muster sudo launchctl unload -w Pfad/LaunchDaemon.plist dauerhaft entladen (Administratorpasswort erforderlich).

Weitere sachdienliche Hinweise erhalten Sie über die pmset-Optionen -g assertions und -g log. Erstere führt auf, ob Programme oder Prozesse den Kernel am Schlafen hindern. Mit dem zweiten rufen Sie ein Schlafprotokoll auf, das einige Tage zurückreicht. Dort sind Prozesse, die den Stromsparmodus verhindern, in der Regel unter dem Stichwort „… applicationresponse.timedout“ mit einer Zahl in Millisekunden aufgeführt (z. B. 30 000 ms). In beiden Fällen muss man dann mit etwas Gespür versuchen zu ermitteln, ob die zugehörige Software aus dem Ruder läuft (dann hilft das kill-Kommando) oder rechtmäßig Rechenzeit nutzt.

Schließlich, falls Sie den Fehler gar nicht lokalisieren können: Wir haben mit dem Tool PleaseSleep (siehe c’t-Link) positive Erfahrungen gesammelt – es erzwingt den Schlaf nach der eingestellten Idle-Time. Weil es jedoch nicht wie das Betriebssystem selbst über die laufenden Prozesse wacht, kann es den Sleepmode auch verfrüht einleiten und damit wichtige Abläufe unterbrechen. Deshalb sollte man das Programm nur als letzten Ausweg nehmen. (dz)

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