Sicher nur mit Hülse

Praxis & Tipps | Tipps & Tricks

Ich habe Verzweigungen der Stromkabel im PC bisher immer mit Lüsterklemmen gebaut, indem ich die Litzen direkt eingesteckt habe. Nun sagte mir ein Bekannter, das sei nicht zulässig. Was steckt dahinter?
Lüsterklemmen sind nach wie vor beliebt, um zwei Kabel schnell miteinander zu verbinden, sei es für zusätzliche Stromverzweigungen bei der PC-Peripherie oder im Automobil. Mit Adern aus soliden Drähten gibt es dabei auch kein Problem. Haarig wird es jedoch, wenn flexibles Kabel mit Litzen, einem Bündel feiner Drähtchen, ins Spiel kommt: Die Schraube in der Lüsterklemme quetscht die Litzendrähtchen ein. Bei mechanischer Belastung – wenn man am Kabel wackelt oder zerrt – brechen die Drähtchen an der Einspannstelle leicht ab. In der Folge sinkt der Leiterquerschnitt; der Übergangswiderstand und damit die Verluste steigen. Wenn viel Strom darübergeht, entsteht ein Hotspot. Das gilt übrigens genauso bei Schraubklemmen in Schukosteckern: Manche Heimwerker sollen die Gewohnheit haben, zu lange Kabel an Mehrfachtischsteckdosen – kurz Steckdosenleisten – zu kappen und einen neuen Stecker anzuschließen.

Gefährlich wird es, wenn man die Litzenenden verzinnt: Zinn beginnt unter Druck zu fließen, es weicht quasi der Schraube aus und verkleinert so die Kontaktfläche. Bei einer bewegten Leitung, wie etwa der an einer Steckdosenleiste, neigt das steife verzinnte Ende am Übergang zum flexiblen Rest zudem zum Abbrechen. Solche Verbindungen sind aus gutem Grund verboten (VDE 0100, Teil 520). Richtig macht man es, wenn das Litzenende eine Aderendhülse aufgepresst bekommt oder in einer Klemme mit Druckstück beziehungsweise in einer Federklemme landet.

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