SkyDrive als Windows-Laufwerk

Praxis & Tipps | Tipps & Tricks

Wir nutzen in unserer Arbeitsgruppe die Funktion „Im Web speichern“ von Office 2010, um gemeinsam genutzte Dokumente auf SkyDrive zu stellen. Lässt sich der Webspace nicht als Windows-Laufwerk einbinden, damit wir dort auch andere Dateitypen für die Teamarbeit ablegen können?
Mit reinen Windows-Bordmitteln ist das nur schwer zu realisieren, da sich die Verbindungs-URL von Nutzer zu Nutzer unterscheidet und eigentlich geheim ist. Erstaunlicherweise liefert Office 2010 die gesuchte Information frei Haus. Und so kommen Sie aus Word heraus an die URL: Öffnen Sie das Datei-Menü, klicken Sie auf „Speichern und senden“ und danach auf „Im Web speichern“. Sofern Sie nicht dauerhaft angemeldet sind, müssen Sie im Dialogfeld Ihre Windows-Live-ID und Ihr Kennwort eingeben. Nach einer kurzen Wartezeit erscheint eine Übersicht Ihrer persönlichen und freigegebenen SkyDrive-Ordner. Markieren Sie einen beliebigen Ordner und klicken anschließend auf den Button „Speichern unter“. Jetzt dauert es wieder einige Sekunden, bis das Speichern-unter-Dialogfeld von Word erscheint. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das vorletzte Element in der Adresszeile (es besteht aus einem wirren Mix aus Zahlen und Buchstaben) und wählen Sie „Adresse als Text kopieren“. Im Windows-Explorer markieren Sie anschließend in der Ordnerliste „Computer“ und klicken in der Symbolleiste auf „Netzlaufwerk verbinden“. Hier stellt man den gewünschten Laufwerkbuchstaben ein, klickt ins Textfeld „Ordner“ und fügt dort mit Strg+V die kopierte Adresse ein, die stets mit „https://“ beginnt, gefolgt von dem zuvor genannten Zahlen-Buchstaben-Mix.
Office 2010 verrät die geheime Verbindungs-URL, die man benötigt, um den SkyDrive-Webspace als Windows-Laufwerk einbinden zu können.
Nach einem Klick auf „Fertig stellen“ testet Windows die Verbindung und stellt anschließend das neue Laufwerk im Explorer bereit. Dieses markieren Sie, drücken die Funktionstaste F2 und ändern den kryptischen Laufwerksnamen zum Beispiel in SkyDrive. Im Vergleich zu einer lokalen Festplatte ist das SkyDrive-Laufwerk äußerst träge, lässt sich aber mit etwas Geduld wie jedes andere Laufwerk zum Öffnen, Speichern und Kopieren von beliebigen Dateien in beide Richtungen verwenden – sofern diese das SkyDrive-Limit von 50 MByte nicht überschreiten. Es bietet jedem Anwender vollen Zugriff auf alle öffentlichen und privaten Webspace-Inhalte, und zwar ohne jede Authentifizierung. Aus diesem Grund sollte man die Verbindungs-URL, die die Windows-Live-Anmeldedaten in verschlüsselter Form enthält, wie ein streng geheimes Passwort behandeln. Eine Klartextanzeige, wie sie der Office-Dialog bietet, ist daher eigentlich ein Unding – wenngleich ein ziemlich nützliches. (db)

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