Steam läuft nicht unter Linux

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Wenn ich Steam unter Linux starte, erhalte ich den Fehler „Error: OpenGL GLX context is not using direct rendering, which may cause performance problems“ und werde auf einen Knowledge-Base-Artikel verwiesen. Die dort beschriebenen Ursachen scheinen aber nicht für mich zuzutreffen. Wie kann ich Steam bei mir dennoch nutzen?

Sie verwenden mit hoher Wahrscheinlichkeit die quelloffenen Grafiktreiber für Ihre GPU (zum Beispiel Intel oder AMD Radeons), die Ihre Distribution mitliefert. Diese Treiber nutzen einige Basis-Bibliotheken wie die libgcc_s oder libstdc++, die Steam selbst in der sogenannten „Steam Runtime“ auch mitbringt. Das Problem ist nun, dass Ihr Treiber eine neuere Version dieser Bibliothek benötigt, Steam aber seine gebündelten und älteren Bibliotheken vor die Systembibliotheken schiebt. Das Problem ist Valve bekannt (siehe c’t-Link).

Bis Valve entweder die Runtime aktualisiert oder sich wie eine echte Linux-Distribution verhält und die Binaries immer gegen das Basissystem neu übersetzt, können Sie sich helfen, indem Sie die betroffenen Bibliotheken aus der Steam Runtime löschen. Mit

objdump -p /usr/lib/i386-linux-gnu/dri/radeonsi_dri.so |⤦
  grep NEEDED

können Sie sehen, welche Bibliotheken der Treiber lädt – den Pfad müssen Sie gegebenenfalls für Ihren Treiber und Ihr System anpassen. Nach diesen Bibliotheken suchen Sie nun in Ihrem Steam-Verzeichnis mit find. Für libgcc_s sähe der Befehl wie folgt aus:

find ~/.local/share/Steam -name libgcc_s.so.1

Löschen Sie nun die gefundenen Dateien oder benennen Sie sie um. Diesen Vorgang wiederholen Sie für alle mit objdump gefundenen Bibliotheken (meist reicht es libgcc_s, libc und libstdc++ zu löschen).

Beachten Sie, dass einige mit Steam ausgelieferte Spiele zusätzliche Kopien dieser Bibliotheken mitbringen, die Sie ebenfalls wie oben beschrieben aus den Spieleverzeichnissen entfernen müssen, sonst lassen sich diese Spiele nicht starten. Zusätzlich kann es erforderlich sein, die mit Steam und einigen Spielen ausgelieferte libSDL zu entfernen. Da Steam und viele Spiele nur als 32-bittige Programme vorliegen, müssen auf jeden Fall die 32-Bit-Bibliotheken und Grafiktreiber installiert sein. (Kai Wasserbäch/lmd)

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