Streifen-Drucker

Praxis & Tipps | Tipps & Tricks

Ich habe einen älteren Laserdrucker, der von der Anzahl der Drucke noch lange funktionsfähig sein sollte. Leider druckt er aber außer dem Gewünschten auch noch unterschiedlich breite Streifen. Bisher habe ich noch nirgends irgendwelche Hinweise gefunden, wie ich als Bastler hier selbst Abhilfe schaffen kann.
Laserdrucker arbeiten mit einer Belichtungstrommel, die in fast allen Geräten mit einem organischen Fotoleiter beschichtet ist. Die Lebensdauer dieser Trommel ist begrenzt, nicht nur bezüglich der Anzahl der Drucke, sondern auch zeitlich. Das gilt auch für Seitendrucker mit LED-Zeile, die fälschlicherweise ebenfalls oft Laserdrucker genannt werden. Die LED-Zeile ist meist an der Unterseite des aufklappbaren Deckels befestigt; sie lässt sich daher problemlos mit einem leicht angefeuchteten, weichen Tuch reinigen.

Bei Laser- und bei LED-Druckern wird zu Beginn der Druckausgabe die Trommel geladen. Danach ‘schreibt’ der Drucker ein Muster aus entladenen Pünktchen darauf; diese ergeben zusammen betrachtet die Zeichen oder Bildteile, die es auszugeben gilt. Wo Laser oder LED-Zeile nicht auf die Trommel leuchten können, weil das Innenleben des Druckers verschmutzt ist, bleibt die Seite weiß, was zu senkrechten Streifenmustern führt (das gilt für den allergrößten Teil der Laserdrucker). Zeigt die Seite dagegen graue oder schwärzliche Streifen, wird entweder der Laser nicht korrekt angesteuert - oder die Aufladung der Trommel gelingt nicht.

Gibt der Drucker leichte, hellgraue Streifen aus, die quer über das Papier laufen und sich in regelmäßigen Abständen wiederholen, weist das auf einen Alterungseffekt der Trommel hin, die sich an diesen Stellen nicht mehr korrekt ‘aufladen’ lässt. Da hilft eventuell eine Reihe Druckaufträge mit weißen Seiten; auch die Funktion ‘Reinigungsseite drucken’, die manche Geräte anbieten, mag hier nützen. Verlaufen die Streifen in Laufrichtung, könnte auch eine Verschmutzung der Belichtungseinheit, des Laserfensters oder der Löscheinheit die Ursache sein - es kann aber auch am Alter der Belichtungseinheit liegen. Erreichen die Streifen sattschwarzes Aussehen, sind die Chancen auf eine erfolgreiche Reparatur in Eigenregie verschwindend gering - es sei denn, im Innern des Druckers befinden sich lichtundurchlässige Dreckschichten.

Selbst für einen erfahrenen Bastler ist das Risiko, bei einem Eingriff in das Drucker-Innenleben mehr kaputt als heil zu machen, ziemlich groß. Nur im Bewusstsein ‘Etwas Schlimmeres als Wegwerfen kann der Maschine nicht passieren’ sollte man einen Versuch starten und das Drucker-Innenleben mit einem kleinen, feinen Pinsel sowie einem sauberen, mit kaltem (!) Wasser ganz leicht angefeuchteten Tuch reinigen, ohne große Luftbewegungen zu verursachen: Niemals in das Gerät hineinpusten! Keine hektischen Bewegungen mit dem Pinsel.

Eine Druckerreinigung sollte man am besten im Freien oder in der Garage machen: Der extrem feine Drucker-Innenschmutz legt sich nämlich zu leicht auf alles, was sich im gleichen Raum wie das Gerät befindet. Verwenden Sie zum Reinigen des Tisches, des Raumes oder Ihrer Kleidung nur kaltes Wasser; Wärme führt dazu, dass sich das schwarze Pulver fast unlösbar mit seinem Untergrund verbindet.

Ob der Drucker hinterher besser arbeitet als vorher, kann nur der Versuch belegen. Eine Erfolgsgarantie gibt es leider nicht. (uh)

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