„Ultimative Leistung“ unter Windows 10

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¯ Angeblich kann man bei PCs mit Windows 10 jetzt einen „Ultimate Performance Mode“ einstellen. Wie geht das und was bringt es?

¯ Microsoft hat vor einigen Monaten die Spezialversion Windows 10 Pro for Workstations herausgebracht, die anders als Windows 10 (Pro) bis zu 6 TByte RAM und vier physische Prozessoren nutzen kann – ähnlich wie bestimmte Varianten von Windows Server. Bei Windows 10 Pro for Workstations gibt es einen Energiesparplan, der anderen Windows-10-Versionen fehlt: Er heißt „Ultimative Leistung“ (Ultimate Performance Mode). Der Name verspricht noch mehr Performance als der sonst mögliche Energiesparplan „Höchstleistung“, laut Microsoft vermeidet er insbesondere sogenannte Mikrolatenzen, also durch Stromsparfunktionen verzögert startende Prozesse.

Der Energiesparplan lässt sich auch bei anderen Windows-10-Versionen ab 1803 (April Update) herbeizaubern. Starten Sie dazu eine Kommandozeile (cmd.exe) mit Administratorrechten (Rechtsklick) und geben Sie die dort den Befehl powercfg -duplicatescheme e9a42b02-d5df-448d-aa00-03f14749eb61 ein. Jetzt können Sie die Kommandozeile wieder schließen und öffnen „Energiesparplan auswählen“. Wenn Sie den Modus Ultimative Leistung nicht sehen, klicken Sie auf „Weitere Energiesparpläne einblenden“. Manchmal erscheint er wohl erst nach einem Neustart. Jedenfalls reicht es, wenn Sie anschließend „Ultimative Leistung“ auswählen.

Wir haben den vermeintlichen Supermodus mit unseren Desktop-PC-Bauvorschlägen mit Intel Core i5-8400 und AMD Ryzen 7 1700 ausprobiert. Im Vergleich zum voreingestellten Sparplan „Ausbalanciert“ stieg die Leistungsaufnahme im Leerlauf um jeweils 0,6 bis 1 Watt. Im Cinebench R15 (CPU-Performance) und mit IOmeter (SSD-Durchsatz und IOPS an SATA, PCIe x4 und USB 3.1 Gen 2) zeigten sich keine Änderungen, die über die üblichen Schwankungen hinausgingen. Nur in einem (Teil-)Benchmark und beim Ryzen-PC gab es einen nennenswerten Effekt: Der „Responsiveness“-Teil des BAPCo SYSmark 2018 legte um 12 Prozent zu. Das mag durchaus mit Mikrolatenzen zu tun haben, steigert die Performance aber nicht spürbar. Der Energiesparplan „Höchstleistung“ brachte zudem praktisch dasselbe Ergebnis, ebenso wie der bei der Installation der AMD-Chipsatztreiber automatisch eingerichtete Modus „Für AMD Ryzen ausbalanciert“.

Der Tipp lautet also: Falls Ihr PC Ihrer Meinung nach unter Mikrolatenzen leidet, können Sie den Energiesparplan „Ultimative Leistung“ ausprobieren. Wenn er nichts bringt, wechseln Sie einfach wieder zum zuvor eingestellten Energiesparplan. (ciw@ct.de)

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