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Verschobene GPS-Daten

Praxis & Tipps | Tipps & Tricks

Ich habe die Radtouren meines Urlaubs mit einem GPS-Tracker aufgezeichnet. Beim Auslesen daheim stellte sich heraus, dass der Tracker die Touren statt an der französischen Küste irgendwo im Landesinneren registriert hat. Ich habe verschiedene Programme zum Auslesen und Darstellen der GPX-Daten und auch Webdienste probiert, bei allen das gleiche Bild. Was ist da faul?
Sind die Konturen der Tracks plausibel dargestellt, handelt es sich womöglich nur um einen Vorzeichenfehler. Frankreich wird vom Nullmeridian geteilt (0 Grad Länge), sodass zwei Orte an der Küste und im Landesinneren sich in der geografischen Länge beispielsweise nur in „+4“ und „–4“ unterscheiden. Wenn das Gerät und die Auslesesoftware ansonsten ohne Fehl und Tadel funktioniert haben, sollten Sie sich die GPX-Datei genauer ansehen. Das ist aufgrund des XML-Formats mit jedem Texteditor möglich.
Bild
Wenn der GPS-Tracker alle Längenangaben mit falschem Vorzeichen gespeichert hat, behält der Track seine Kontur, liegt aber spiegelverkehrt auf der anderen Seite des Meridians.

Springen die Längenangaben für einen Track-Punkt (lon=) zwischen positiven und negativen Werten, sind aber sonst plausibel, sind Sie auf der richtigen Spur. Je nachdem, auf welcher Seite des Meridians Sie waren, sollten Sie in einer Kopie der Datei durch Suchen und Ersetzen entweder die Längenangaben einheitlich positiv oder negativ setzen. Ersetzen Sie zum Beispiel alle Vorkommen von lon=“4. durch lon=“-4. oder umgekehrt. Es kann auch sein, dass alle Längenangaben einheitlich aussehen, der Track jedoch trotzdem an der falschen Stelle angezeigt wird. In dem Fall vertauschen Sie das Vorzeichen aller Längenangaben auf die gleiche Weise, um den Track dorthin zu verlegen, wo er ursprünglich aufgezeichnet wurde.

Solche Vorzeichenfehler bei GPS-Daten sollten sich mit einer aktuellen Firmware für den GPS-Tracker ausbügeln lassen. Sie kommen übrigens in den besten Familien vor: Auch das iPhone war in frühen Generationen betroffen.


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