Was tun bei „aktuell schwebenden Sektoren“?

Praxis & Tipps | Tipps & Tricks

Meinem Windows-PC wollte ich mal auf den Zahn fühlen und habe dazu unter anderem das Festplatten-Diagnoseprogramm „Crystal Disk Info“ ausprobiert. Das liefert dummerweise Hinweise auf „aktuell schwebende Sektoren“, unter denen ich mir aber nichts vorstellen kann. Bedeutet das, dass meine Festplatte bald ausfällt?

Vielleicht. „Aktuell schwebende Sektoren“ ist eine unglückliche Übersetzung des Parameters „Pending Sector Count“, den die SMART-Diagnose der Festplatte ermittelt. Damit sind unlesbare Sektoren gemeint, deren Inhalt die Platte nicht mehr korrigieren kann. Im harmlosen Fall können solche Defekte entstehen, wenn während eines Schreibvorgangs der Strom ausfällt. Wird der betroffene Sektor später überschrieben, ist er wieder in Ordnung und der „Pending Sector Count“ sinkt entsprechend.

Fertigen Sie zunächst ein Backup an. Wenn das problemlos klappt, ist das ein Indiz dafür, dass in den unlesbaren Sektoren keine wichtigen Daten liegen. Kontrollieren Sie dann die Platte im Abstand einiger Tage und Wochen: Wenn der Pending Sector Count nicht weiter wächst und auch nicht der Reallocated Sector Count – das ist die Zahl der fehlerhaften Sektoren, die die Plattenelektronik gegen Reservesektoren getauscht hat –, dann ist Ihre Platte wahrscheinlich nicht defekt. Steigt die Zahl der Fehler, ist Gefahr im Verzug.

Die Festplattenhersteller stellen Diagnosesoftware bereit: HGST den Drive Fitness Test, Seagate die SeaTools und WD die Data Lifeguard Diagnostics. Diese können Fehler manchmal korrigieren – aber möglicherweise unter Verlust von Daten. Auch deshalb ist das Backup wichtig. (ciw)

Artikel kostenlos herunterladen

Kommentare

Anzeige
Anzeige