Wundersame Netzwerkkartenvermehrung

Praxis & Tipps | Tipps & Tricks

Ich habe unter Linux die Netzwerkkarte getauscht und hatte danach keinen Zugang zum Internet mehr, obwohl die neue Karte mit demselben Chipsatz läuft. Mit etwas Recherche habe ich festgestellt, dass die Schnittstelle nun auf einmal eth1 und nicht mehr eth0 heißt, sodass es kein Wunder ist, dass die Konfiguration nicht geladen wurde. Ich habe die Karte neu eingerichtet und nun funktioniert alles, aber da muss es doch einen anderen Lösungsweg geben.
Den gibt es: In Ihrem Fall war die automatische Hardware-Konfiguration Udev schuld und was wie ein Fehler aussieht, ist eigentlich ein Feature. Udev weist die Schnittstellen eth0, eth1 und so weiter anhand der eindeutigen MAC-Adresse der Netzwerkkarten zu. Bauen Sie eine neue Karte ein, ändert sich diese, selbst wenn es eine baugleiche Karte ist. Die Schnittstelle erhält dann die nächste freie Bezeichnung, in Ihrem Fall eth1.
Damit die Schnittstelle der neuen Karte weiterhin eth0 heißt, reicht es aus, die Udev-Regeln anzupassen. Sie liegen im Verzeichnis /etc/udev/rules.d. Unter Ubuntu finden Sie die Zuweisung der Schnittstellen zur MAC-Adresse in der Datei 70-persistent-net.rules, Mandriva legt sie in der Datei 61-net_config.rules ab. Unter anderen Distributionen sollten Sie die Dateien im Ordner rules.d mit grep nach eth durchsuchen, um die richtige zu finden. Sie können die Datei wahlweise mit einem Text-Editor anpassen und die Zuweisung selbst festlegen oder die Datei einfach löschen. Udev legt sie beim nächsten Start erneut an und weist der ersten gefundenen Netzwerkkarte den Namen eth0 zu. (amu)

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