Wundersame Plattenbeschleunigung

Praxis & Tipps | Tipps & Tricks

Meine nagelneue Festplatte sollte laut c't-Plattentest eine Dauertransferrate von über 10 MByte/s erzielen. Obwohl ich dasselbe Board habe (Asus P/I-P55TP4XE), kam ich zunächst nur auf 6,3 MByte/s. Inzwischen habe ich die Platte ein paar Tage benutzt und die Messung wiederholt, und siehe da: jetzt erreicht sie plötzlich die volle Leistung. Wie kann das sein?
Das kann am BIOS liegen. Manche BIOS-Versionen, wie zum Beispiel die Version 0203 für das Asus P/I-P55TP4XE, verhalten sich mit jungfräulichen beziehungsweise durch H2bench gelöschten Festplatten anders als mit solchen, die schon einmal partitioniert waren. Die Ursache liegt in einem Algorithmus, den die BIOS-Entwickler für den Fall erfunden haben, daß der Anwender die Onboard-IDE-Schnittstelle abschaltet und einen anderen IDE-Adapter verwendet.

Das BIOS versucht zunächst herauszufinden, ob der IDE-Adapter mit 32-Bit-Zugriffen zurechtkommt. Dazu liest es den ersten Sektor der Festplatte, den Master Boot Record, zunächst mit 16-Bit-Zugriffen ein. Wenn dieser eine gültige Partitionstabelle enthält (zu erkennen an der Signatur 0aa55h in den letzen beiden Bytes), liest es anschließend denselben Sektor mit 32-Bit-Zugriffen ein und überprüft, ob der Inhalt identisch ist. Nur wenn das der Fall ist, arbeitet es fortan mit 32-Bit-Zugriffen. Enthält die Partitionstabelle dagegen von vornherein ungültige Daten, so bleibt das BIOS vorsichtshalber bei den mit jedem IDE-Adapter kompatiblen 16-Bit-Zugriffen, was die Übertragungsrate auf 6 bis 7 MByte/s begrenzt.

Führen Sie daher sicherheitshalber vor der Messung mit H2bench den Befehl `Fdisk /mbr´ aus, um die für das BIOS erforderliche Signatur in den Master Boot Record schreiben. Nach einem Neustart läuft die IDE-Schnittstelle dann garantiert in der schnelleren 32-Bit-Betriebsart. (bo)

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