Xeon-Prozessor auf LGA1155-Mainboard

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Kann ich in die LGA1555-Fassung meines Mainboards mit Serie-7-Chipsatz auch einen Xeon aus der Baureihe E3-1200 stecken? Konkret interessiert mich der Xeon E3-1230V2, der praktisch dasselbe kostet wie der minimal höher getaktete Core i5-3570K, aber Hyper-Threading unterstützt und einen größeren L3-Cache besitzt.

Ob Ihr Mainboard mit dem Xeon überhaupt bootet, hängt von der Firmware ab, also dem BIOS. Schauen Sie in der CPU-Kompatibilitätsliste auf dem Webserver des Mainboard-Herstellers nach, ob und welche Xeon-Typen unterstützt werden.

Die Xeons der Familien E3-1200 (Sandy Bridge) und E3-1200V2 (Ivy Bridge) sind eng verwandt mit Core i5 und i7 der Serien 2000 und 3000. Falls Ihr Board die gewünschte CPU jedoch nicht offiziell unterstützt, dann lässt sich nicht vorhersagen, ob sie funktionieren wird. Saubere Firmware-Unterstützung ist aus mehreren Gründen wichtig: So benötigen moderne Prozessoren bestimmte Microcode-Updates und das BIOS erzeugt beispielsweise auch jene ACPI-Tabellen, mit denen das Betriebssystem die zulässigen Frequenz-Kernspannungs-Kombinationen (P-States) der CPU einstellt. Diese wiederum sind nicht nur zum Energiesparen wichtig, sondern auch für Turbo Boost.

Wie Sie sicherlich schon bemerkt haben, ist der integrierte Grafikprozessor nur bei wenigen und etwas teureren Versionen des Xeon E3 freigeschaltet – Sie brauchen also eine Grafikkarte. Bestimmte Funktionen des Xeon sind nur im Verbund mit besonderen Chipsätzen nutzbar, etwa der ECC-Fehlerschutz für den Hauptspeicher: Den gibt Intel beim Xeon E3-1200 nur auf Mainboards mit C202, C204 oder C216 frei. Ob und an welchen PCIe-Ports die I/O-Virtualisierung via VT-d funktioniert, hängt hingegen vor allem von der Mainboard-Firmware ab und weniger vom Chipsatz. (ciw)

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