Zweimal zwei oder zwei plus eins?

Praxis & Tipps | Tipps & Tricks

In Ihrer Zeitschrift schreiben Sie, dass Windows Vista in der 32-Bit-Version maximal 3 GByte Hauptspeicher verwaltet. Ich habe nun gehört, dass man PCs trotzdem lieber mit zwei 2-GByte-Speichermodulen bestücken soll statt mit einem 1-GByte- und einem 2-GByte-DIMM – stimmt das?
Die 32-Bit-Versionen von Windows XP und Vista sind nicht „hart“ auf 3,0 GByte RAM begrenzt, sondern je nach PC(-Ausstattung) beträgt die maximal nutzbare Speicherkapazität zwischen 2,8 und 3,5 GByte, auch wenn man mehr einbaut. Wenn Ihr individuelles System also 3,5 GByte Speicher verwalten könnte, dann hätten Sie beim Einsatz von 4 statt 3 GByte physischem Speicher 0,5 GByte mehr.

Der Tipp, statt zweier unterschiedlicher RAM-Module lieber zwei identische DIMMs zu nehmen, hat eine andere Ursache: Bei vielen Desktop-PC-Mainboards und manchen Notebooks ist der Hauptspeicher zweikanalig ausgelegt. Sind paarweise gleiche Module eingesteckt, so nutzt der Speichercontroller beide Kanäle gleichzeitig und erreicht so theoretisch die doppelte Datentransferrate wie bei Einkanal-Betrieb.

Bei asymmetrischer Bestückung der beiden Speicherkanäle funktioniert meistens nur Einkanal-Betrieb (es gibt wenige komplizierte Ausnahmen). Zwar steigert die Verdopplung der Hauptspeicher-Datentransferrate die Systemleistung in weitaus geringerem Maße als oft angenommen, doch immerhin um ein bisschen.

Grundsätzlich treten etwas seltener Kompatibilitätsprobleme auf, wenn alle Speichermodule auf einem Mainboard von genau demselben Typ und Hersteller sind – auch deshalb ist es sinnvoll, lauter Riegel mit gleicher Kapazität zu verwenden. Auf einem aktuellen Mainboard mit vier Steckfassungen für Speichermodule – solche Boards können meistens zweikanalig arbeiten – wären 3 GByte und Zweikanal-Betrieb aber auch mit zwei 1-GByte- und zwei 512-MByte-DIMMs erreichbar, die in den jeweils zusammengehörigen Slot-Paaren sitzen. Angesichts der zurzeit niedrigen Speicherpreise reißt auch die Anschaffung zweier 2-GByte-DIMMs kein allzu großes Loch mehr ins Portemonnaie – dann hat man außerdem noch zwei Slots frei, um später aufzurüsten, wenn man ein 64-Bit-Betriebssystem installiert.

Bei vielen 32-Bit-Anwendungen bringt eine Aufrüstung des Hauptspeichers auf mehr als 2 GByte jedoch bestenfalls minimalen Geschwindigkeitszuwachs. Leider steigt außerdem mit der Zahl der Speichermodule wegen der höheren Chipzahl das Pannenrisiko. Es kann also vorteilhaft sein, sich beim Speicherausbau auf zwei 1-GByte-DIMMs zu beschränken.

Ob Ihr PC oder Notebook den Hauptspeicher zwei- oder einkanalig betreibt, verrät oft das Handbuch – aber leider nicht immer. Da sollte auch drinstehen, welche Steckfassungen zu welchem Kanal gehören. Bei teureren Rechnern gibt es auch drei- oder vierkanaligen Hauptspeicher. (ciw)

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