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Praxis

Diese Seite soll das c't-Lab im praktischen Einsatz zeigen. Stellen Sie hier vor, was Sie mit Ihrem c't-Lab verwirklicht haben! Meine eigenen Arbeiten werden hier im Laufe der Zeit ebenfalls vorgestellt.

Röhrenmessgerät

Für ein komplettes Röhrenmessgerät (Röhrenprüfgerät wäre stark untertrieben) werden benötigt: 1x ADA-IO und IFP, 1x AD16-8, 1x DA12-8, 2x CC2 (Anoden- und Schirmgitterstrom-Messung), 2x Umschaltrelais für Ströme (Schaltstufen gesteuert von zwei DA-Kanälen, die nur 0V/5V ausgeben - erspart IO32-8), 1x CVC (Gitterstrom-Messung, fest eingestellt auf 1 mA, optional), 1x DCG 2A-Version (Heizung), 2x HVG500 (Anoden- und Schirmgitterspannung, siehe BastelKiste), 1x HVO100 (Gitterspannung), 1x 24V/3A Schaltnetzteil, Kleinkram (Spannungsteiler-Widerstände für die Istwert-Messungen).

Das bereits halbwegs fertiggestellte LabVIEW-Programm TubeTest.vi misst die wichtigsten Kennwerte der Röhre (Anoden- und Schirmgitterstrom in je zwei mA-Bereichen, Steilheit in mA/V bzw. µMho, Anoden- und Schirmgitterverlustleistung in Watt) unter echten Betriebsbedingungen, nicht bei stark verringerten Spannungen und Strömen wie bei den meisten Prüfgeräten. Parameter werden anhand des Röhren-Datenblatts eingestellt und können direkt abgelesen werden. Die Steilheit ermittelt das Programm, indem es im (durch die Angaben im Datenblatt vorgegebenen) Arbeitspunkt der Röhre die Gitterspannung leicht erhöht und erniedrigt und die Steilheit ("Verstärkung") durch die sich ergebende Differenz des Anodenstroms errechnet (in Milliampere pro Volt Gitterspannungsänderung).

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Bild oben: Mit rund 9000 µMho (=9 mA/V) erreicht die getestete alte EL34-Röhre nicht ganz ihre Nennwerte (11000 µMho = 11 mA/V). Der Plot rechts zeigt den Verlauf des Anodenstromes, hier beim Anheizen. Ebenso können Gitter- und Anodenspannungs-Kennlinien aufgenommen werden. Röhrendaten zur Auswahl sind in der externen Tabelle TubeData.xls untergebracht, die beim Start geladen wird (muss sich im gleichen Verzeichnis wie das VI befinden).

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Bild oben: Hier wurden nach Datenbuch-Vorgaben die Gitter-Steuerkennlinien bei 5 verschiedenen Anodenspannungen einer gebrauchten EL34-Leistungspentode von Telefunken aufgenommen.

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Bild oben: Hier die Anodenstrom-Kennlinien bei 5 verschiedenen Gittervorspannungen der gleichen Röhre. Das Programm bricht jede Messung bei Erreichen der maximalen Anoden-Verlustleistung (einstellbar) ab, deshalb gehen manche Kennlinien nicht ganz bis zum Ende. Der Schirmgitterstrom-Verlauf ist gestrichelt aufgetragen.

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Noch ungelöst ist die Frage, wie die Anschaltung der Betriebsspannungen an die unterschiedlich belegten Röhrenpins gelöst werden soll. Möglich wären 5 Stufenschalter, die die gelieferten Spannungen und Masse (Kathode/Bremsgitter?) auf die 7 Röhrenpins verteilen (eigentlich max. 9, aber Heizspannung könnte fest verdrahtet werden). Nachteil: Fehlbedienungen führen zu Kurzschlüssen und Defekten (Anodenspannung und Gitterspannung kurzgeschlossen!), und die manuelle Einstellung widerspricht dem Gedanken an ein automatisches, programmierbares Messgerät. Derzeit helfe ich mich mit einem Bananenstecker-Steckfeld an einem Adapterstecker, der in die Röhrenfassung am Gerät passt (8-Pin Oktal). Elegant wäre ein Kreuzschienenverteiler, aber dafür wären 5x7=35 Relais notwendig; schließlich müssen hier die max. 500V Anodenspannung geschaltet werden (allerdings ohne Last, die Spannungen sind ja für das Umschalten abschaltbar). Brauchbar scheinen mir die alten EMDs (Edelmetall-Drehwähler) der "Grauen Post", aber woher nehmen?

Sie können das Programm relativ einfach für MOSFETs anpassen (andere Spannungen und Ströme, 2x DCG statt HVG500).

Last modified 9 years ago Last modified on Jan 22, 2009, 6:59:22 PM