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Aufbohren der CD mit jigdo Schritt für Schritt

Hinter der Software jigdo von Richard Atterer steckt eine geniale Idee: Sie "kartografiert" bestehende ISO-Dateien (die Basis für CDs) und kann aus den daraus gewonnenen Daten die CD beziehungsweise das Image Bit für Bit rekonstruieren, wenn die Originaldateien irgendwo (lokal oder online) erreichbar sind. Eine Besprechung von jigdo aus c't können Sie online lesen.

Zunächst brauchen Sie die Software; jigdo können Sie in zwei Versionen von unserem Server herunterladen: als statisch gebundenes x86-ELF-Binary (~850 KByte), um es unter Linux zu benutzen, oder als Windows-Programm (~1 MByte), um es unter Windows einzusetzen.

Manche Linux-Distribution bringt jigdo auch schon mit. Auf einem Debian-System können Sie den nötigen Teil von jigdo einfach mit apt-get install jigdo-file installieren.

jigdo unter Windows benutzen

jigdo besteht unter Windows nicht nur aus dem ausführbaren Programm, sondern mehreren Komponenten. Deshalb ist es wichtig, dass Sie das heruntergeladene ZIP-Archiv inklusive der darin enthaltenen Struktur auspacken. Das geht zum Beispiel mit Windows XP, indem Sie eine Kommandozeile (Eingabeaufforderung im Startmenü) öffnen und darin ein Verzeichnis namens "jigdo" auf Laufwerk C: erstellen (mkdir c:\jigdo).

Kopieren Sie anschließend mit dem Windows-Explorer alle Dateien aus der heruntergeladenen ZIP-Datei, indem Sie diese durch einen Doppelklick öffnen, alle Dateien darin markieren (Strg-A) und dann in das Verzeichnis c:\jigdo fallen lassen. (Die folgenden Befehlssequenzen gehen davon aus, dass Sie das Verzeichnis c:\jigdo genannt haben; wenn Sie eine abweichende Bezeichnung oder ein anderes Laufwerks wählen, müssen Sie die Kommando entsprechend anpassen.

Wechseln Sie auf der Kommandozeile nun mit c: und cd \jigdo auf dieses Laufwerk und in das Verzeichnis. Nun können Sie mit Eingabe von jigdo-lite.bat jigdo starten. Das Programm fragt nach einer URL, unter der es ein so genanntes jigdo-Template erwartet. Ein solches Template beschreibt den Inhalt eines CD-Images und dient als Konstrukutionsplan für jigdo.

Je nachdem, welches Template Sie vorgeben, baut jigdo dann ein Ihren Wünschen entsprechendes ISO-Image zusammen. Unter Downloads (in der Navigationsleiste rechts) finden Sie eine Liste der Templates, die wir im Rahmen des Projekts zur Verfügung stellen. Sie können eine der URLs, wie auf dieser Seite angegeben, markieren und über das Kontextmenü der Eingabeaufforderung (Bearbeiten und Einfügen) übertragen.

jigdo lädt anschließend das Template von der angegebenen Adresse herunter. Anschließend fragt das Programm nach einer Quelle, an der es nach den Dateien für den Zusammenbau des Image suchen soll. Je nachdem, welches Template Sie angegeben haben, ist eine Extra-Quelle nicht nötig, etwa beim Zusammenbau des unfree.iso (s.u.); es genügt, wenn Sie einfach Return drücken.

Wenn Sie jedoch Ihre Installations-CD aktualisieren wollen, dann müssen Sie diese nun ins CD-Laufwerk einlegen und den Laufwerksbuchstaben am jigdo-Prompt eingeben (etwa "d:\" -- der Backslash ist wichtig). Die Software nimmt dann mit den lokal vorhandenen Dateien vorlieb und lädt nur die erneuerten Dateien aus dem Netz (die jigdo-Templates, die wir für Komplett-CDs liefern, sind "unvollständig", erlauben also nicht, eine ganze CD aus einzelnen Datei-Downloads zusammenzustellen).

Nachdem jigdo die Daten auf der eingelegten CD verarbeitet hat, fragt es erneut nach weiteren Quellen. Geben Sie in diesem Fall einfach nichts ein und drücken Sie Return. jigdo versucht dann, die übrigen Dateien von den in der Vorlage-Datei beschriebenen Quellen zu beziehen.

Die Ausgaben, die jigdo während des Zusammenbaus eines Image tätigt, mögen vielleicht nicht Vertrauen erweckend aussehen, helfen aber bei der Fehlersuche (möglicherweise ist ein Server nicht erreichbar oder eine nötige Datei dort nicht mehr zu haben). Entscheidend ist, was hinten rauskommt: Wenn jigdo das Image vollständig zusammengebaut hat, dann erscheint eine Erfolgsmeldung. Das Programm überprüft ganz zum Schluss sogar, ob die Prüfsumme des erstellten ISO-Image identisch mit der des Image ist, das als Vorlage gedient hat.

Sollten Sie die Erfolgsmeldung nicht zu sehen bekommen, dann konnte jigdo eine der nötigen Dateien nicht auftreiben. Die soweit geleistete Arbeit war damit aber nicht vergebens. jigdo lässt sich erneut starten, die Eingabe der URL ist nicht nötig, und es fährt mit den fehlenden Dateien fort -- womöglich waren an einem benötigten ftp-Server gerade zu viele Benutzer angemeldet.

jigdo unter Linux benutzen

Die Benutzung von jigdo-lite unter Linux geschieht analog zu Windows (s.o.). Wenn Sie das tar.bz2-Archiv heruntergeladen haben, müssen Sie es entpacken. Das geht mit tar jxf jigdo-bin-0.7.1.tar.bz2. Wechseln Sie anschließend in das entstandene Verzeichnis (mit cd jigdo-bin-0.7.1) und rufen Sie dort jigdo-lite auf (./jigdo-lite).

Die übrigen Schritte laufen, wie schon für Windows beschrieben. Der einzige Unterschied besteht darin, dass Sie unter Linux die Heft-CD, sofern diese für das Template überhaupt nötig ist, erst mounten müssen, etwa mit mount /dev/hdc /cdrom (je nachdem, was für ein CD-Laufwerk Sie einsetzen).

Last modified 7 years ago Last modified on Jun 16, 2010, 8:38:30 AM

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