AMD-EPYC-Prozessoren der zweiten Generation stellen mehr als 140 Weltrekorde auf

Mit seinen EPYCTM-Prozessoren hat der amerikanische Chip-Hersteller AMD den Server-Markt in den vergangenen Jahren aufgerollt. Nun bricht das Unternehmen mit der Generation „Rome“ in neue Leistungsdimensionen auf.

 

Im Sommer 2017 stellte AMD die ersten EPYCTM-Prozessoren offiziell vor, die die Server-Welt revolutionieren sollten. Innerhalb kürzester Zeit gelang es dem Hersteller, zahlreiche Kooperationen mit namhaften Unternehmen wie Dell/EMC, HPE und Microsoft einzugehen. Seitdem setzen diese PC- und Server-Hersteller die mit 8, 16, 24 oder 32 Kernen und Multi-Threading ausgestatteten AMD-Chips in ihren Servern ein. Während Microsoft die AMD-EPYCTM-Prozessoren in der Azure Cloud verwendet, um Kosten und Energiebedarf zu senken, verbauen beispielsweise Cray, Gigabyte und Supermicro sie in ihren Hochleistungs-Servern.

 

Die zweite AMD-EPYCTM-Generation geht an den Start

AMD setzt bei den EPYCTM-Prozessoren auf das sogenannte Chiplet-Design. Bei der zweiten Generation des AMD-EPYCTM-Prozessors (Codename „Rome“) werden um den zentralen I/O Die über die Infinity Fabric bis zu acht CCDs (Core-Complex-Dies) verbunden, um auf bis zu 64 Kerne zu kommen. Die Dies werden in modernster 7-Nm-Technik hergestellt. Dazu kommen höhere Frequenzen und eine Unterstützung von schnellem DDR4-3200-Speicher mit acht Speicherkanälen. Der AMD EPYCTM der 2. Generation mit 128 PCIe Gen4 Lanes ist aktuell der einzige Serverprozessor mit x86-Architektur, der PCIe 4.0 unterstützt. PCIe 4.0 liefert im Vergleich zu PCIe 3.0 die doppelte E/A-Leistung.

Die neue Prozessorgeneration erreicht vergleichbare Leistungen auf einem Single-Sockel-Server, die bislang nur mit erheblich teureren Zwei-Sockel-Maschinen möglich waren. Für moderne Rechenzentren ergeben sich daraus viele Möglichkeiten, um Kosten einzusparen. Beispielsweise können Betriebskosten gesenkt werden und die Dichte kann gesteigert werden. Auch Lizenzkosten können mit einem AMD-EPYC™-Server mit einem Sockel mithilfe von „Pro-Sockel“-Lizenzierung wie bei VMware® vSphere oder vSAN so halbiert werden.

Im Vergleich zum Vorgänger AMD EPYCTM Naples hat sich die Gleitkommaleistung beim AMD EPYCTM Rome aufgrund der Verbreiterung der Floatingpoint Pipeline von 128 auf 256 Bit pro Core verdoppelt. Bei der 64-Core-Variante vervierfacht sich die Gleitkommaleistung durch die doppelte Anzahl an Kernen sogar. Die zweifache Anzahl an Prozessorkernen wirkt sich auch auf eine Verdoppelung der Integer-Leistung aus.

Wie SPEC-Benchmarks 2017 ergeben haben, führt diese Leistungssteigerung dazu, dass bei einer Vielzahl von Workloads bis zu doppelt so gute Benchmark-Werte erzielt werden, wie ihn die Prozessoren aus der Intel-Xeon-Familie erreichen. Und das wiederum gipfelt darin, dass die 2. Generation der AMD-EPYCTM-Prozessoren verschiedener Preisklassen eine zwischen 37 % und 98 % bessere Leistung liefern, wenn man sie mit den entsprechenden Modellen von Intel vergleicht.

 

Die 2. Generation der AMD-EPYC-Prozessoren verschiedener Preisklassen liefert eine zwischen 37 % und 98 % bessere Leistung, wenn man sie mit den entsprechenden Modellen von Intel vergleicht. Hier können Sie Intel- und AMD-Server-Prozessoren miteinander vergleichen.

 

Diese außergewöhnlichen Leistungsdaten äußern sich auch in mehr als 140 Weltrekorden, die AMD-EPYCTM-Rome-Prozessoren zuletzt aufgestellt haben. Dabei handelt es sich vor allem um Rekorde im Bereich Big Data und Analytics, bei Leistungen mit Java-Applikationen, bei Gleitkommazahl-Operationen, im Bereich Cloud und Virtualisierung sowie bei der Energieeffizienz.

Eine große Anzahl an OEMs hat mittlerweile AMD-EPYCTM-Prozessoren der zweiten Generation in ihre Server eingebaut. Dazu gehören zum Beispiel Asus, Dell EMC, Gigabyte, Hewlett-Packard und Lenovo.

 

Sicherheitsfunktionen: Bereits im Kern gehärtet

Wie alle Business-CPUs von AMD bieten die EPYCTM-Prozessoren auch zahlreiche sicherheitsrelevante Funktionen. Sie greifen sofort nach dem Booten der damit ausgestatteten Maschine. Die in die Speicherkanäle integrierte Hochleistungs-Verschlüsselungs-Engine verschlüsseln sämtliche Daten im Hauptspeicher. Indem jede virtuelle Maschine mit einem von bis zu 509 einzigartigen kryptographischen Keys verschlüsselt wird, die nur der Prozessor kennt, hilft derAMD EPYCTM der 2. Generation beim Schutz von Privatsphäre und Integrität, selbst wenn eine bösartige virtuelle Maschine den Weg in den Speicher einer anderen virtuellen Maschine findet oder ein kompromittierter Hypervisor in eine virtuelle Gastmaschine eindringt. Außerdem führt der Prozessor automatisch verschiedene Checks durch, um sicherzustellen, dass das BIOS des Servers nicht heimlich manipuliert wurde. Bei allen sicherheitsrelevanten Funktionen hat AMD besonders auf die Performance geachtet. So kann verhindert werden, dass sich die Abwehrmaßnahmen gegen etwa Side-Channel Attacks negativ auf die Gesamtleistung auswirken.

 

Zahlreiche überzeugte Partner

AMD hat sich mit der Vorstellung der EPYCTM-Rome-Prozessoren vorgenommen, ein weit größeres Stück des lukrativen Server-Marktes zu erobern. Diese Rechnung ist aufgegangen. So bietet etwa Amazon Web Services (AWS) nun extra mit AMD-EPYCTM-Chips ausgestattete EC2-Instanzen an. Nach Angaben der Amazon-Tochter können dadurch die Kosten für Rechenleistung und Speicher um etwa zehn Prozent gesenkt werden. Der Cloud-Hoster bietet sogar eine dedizierte Hilfestellung bei der Migration von Workloads von bestehenden EC2-Instanzen auf die AMD-basierten Dienste an.

Eine ähnliche Kooperation ist der Chip-Hersteller mit Microsoft Azure eingegangen. Der Cloud-Provider bietet bereits seit 2017 virtuelle Maschinen auf Basis der ersten EPYCTM-Prozessoren von AMD an. Die zweite Generation der AMD-EPYCTM-Chips hat Microsoft nun zum Anlass genommen, auch seine darauf aufbauenden HPC-Angebote (High Performance Computing) zu erneuern. Allein die technischen Spezifikationen dieses Dienstes sind beeindruckend: So ist eine HBv2-VM üblicherweise mit 120 Kernen, 480 GB Arbeitsspeicher beziehungsweise 4 GB RAM pro Kern und 1,6 TB SSD-Platz ausgestattet. Die Anbindung an das Netzwerk ist bis zu 200 Gbit/s schnell. Auf Wunsch können mehrere VMs kombiniert werden. Die Angebote für die größten Azure-Kunden umfassen nach Angaben aus Redmond bis zu 80.000 Kerne.

Dazu kommen weitreichende Kooperationen mit Firmen wie Dropbox, Hetzner Online, 1&1, Tencent Cloud, Hivelocity, Baidu und Oracle Cloud, die AMD in den vergangenen Jahren eingehen konnte. Sie alle bieten Dienstleistungen oder Hardware auf Basis der hochperformanten AMD-EPYCTM-Rome-Prozessoren an, wie sie so bislang noch nicht möglich waren.

Bereits mit der ersten Generation der EPYCTM-Prozessoren war AMD in neue Leistungsbereiche vorgestoßen. Diese Erfolgsgeschichte konnte der Chip-Hersteller nun mit der zweiten Generation noch einmal wiederholen. AMD hat sich damit einen festen Platz in der Server-Welt gesichert. Das freut nicht nur Cloud-Anbieter oder die Hersteller von Hochleistungsmaschinen. Auch die Endkunden in den Unternehmen und die Betreiber von Rechenzentren profitieren von teils deutlich niedrigeren Kosten für ihre Server und Workloads.

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