12. Java Forum in Stuttgart fördert lokale Größen

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Knapp 1200 Teilnehmer trafen sich am 2. Juli in Stuttgart zum damit ausverkauften 12. Java Forum der Java User Group Stuttgart. Die Besucher bekamen 42 Vorträge in sechs parallelen Vortragsschienen geboten. Das Themenspektrum reichte von aktuellen Web- 2.0-Themen über Testen und Security bis hin zu Architekturthemen.

Beim Java Forum mussten die Teilnehmer auf die "großen" Namen verzichten, die man sonst auf vielen Konferenzen findet. Das scheint aber ein Vorteil zu sein, da es viele Teilnehmer schätzen, dass die Vorträge auf Deutsch sind. Außerdem können mehr "lokale Perlen" zum Zug kommen. Die Rückmeldungen der Teilnehmer zeigten eindeutig die Zufriedenheit mit der Qualität und Auswahl der Vorträge sowie des gesamten Java Forums.

Ein Highlight war sicherlich der Vortrag über das Continuous-Integration-Framework Hudson, bei dem Simon Wiest nicht nur die Software vorstellte, sondern auch seine Erweiterbarkeit mit zusätzlicher Hardware. Builds sind über einen Schalter zu starten und große farbige "Gummibären" zeigen den Zustand an – definitiv ein hoher Unterhaltungswert.

Jochen Krause von EclipseSource hat in einer Art Keynote die nächste Generation von Eclipse vorgestellt, bei der insbesondere die Basisplattform von mehr unterschiedlichen Entwicklern kommen und von alten APIs entrümpelt werden soll. Weitere Ziele sind, die Entwicklung von Plug-ins und damit auch von neuen auf Eclipse basierenden Anwendungen zu erleichtern. Hierzu gehört zudem, das Aussehen der Anwendungen auf eine einfachere Art und Weiße zu bestimmen. Alle Entwicklungen zusammen haben das Ziel, Eclipse in immer mehr Bereichen zum Einsatz zu bringen.

Das Thema Performance und Tuning kam in einigen Vorträgen zum Tragen. Tobias Frech verglich drei Garbage-Collectoren miteinander und zeigte, auf was man achten muss, um gewünschte Ziele zu erreichen. Zur Spache kam auch der neue, allerdings noch experimentelle G1 Garbage Collector. Michael Plöd siedelte das Thema seines Vortrags mehrere Schichten höher auf Ebene der Java Persistence API (JPA) und Hibernate an und präsentierte Lösungsansätzen für typische Probleme wie n+1-Select oder einen zu hohen Speicherverbrauch der Persistenzschicht im Umgang mit großen Datenmengen.

In ihrer gewohnt souveränen Art stellte Angelika Langner das Java-Memory-Modell vor und zeigte, wie man seltsame Effekte lösen kann, die auf modernen Mehrkernsystemen auftreten können, ohne dafür die Performance der Anwendung zu opfern.

Neben all den technischen Vorträgen hat Eberhard Kuhn auf pointierte Weise das "weiche" Thema "Softwareentwicklung und der Umgang mit Kunden" beackert. Er plädierte insbesondere für einen offenen und lernfördernden Umgang miteinander.

Wie immer bot die Non-Profit-Veranstaltung ein exzellentes Speißen- und Getränkeangebot, von dem sich manche kommerzielle Veranstaltung eine Scheibe abschneiden könnte. Zum Tagesausklang gab es nach den letzten Vorträgen noch ein gemütliches Beisammensein mit Bier und Pianospielerin.

Die Vortragsfolien sind auf der Webseite des Java Forums verfügbar. (ane)

Heiko W. Rupp
arbeitet als Entwickler im Bereich Systemmanagement und -monitoring bei Red Hat. Rupp ist Verfasser des ersten deutschen JBoss-Buchs.