ADO.NET Entity Framework 5.0 Beta 1

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Weniger als einen Monat nach dem Erscheinen des Entity Frameworks 4.3 hat Microsoft nun bereits die Version 5.0 des hauseigenen objektrelationalen Mappers "ADO.NET Entity Framework" als Beta-Version veröffentlicht.

Entity Framework 5.0 Beta 1 ist Weiterentwicklung der Features, die Microsoft im Juni 2011 erstmals als "CTP"-Version präsentiert hat. Während die CTP-Version aber unter Visual Studio 2010 lief, richtet sich die Beta-1-Version an Entwickler mit .NET 4.5, was Visual Studio "11" Beta erfordert.

Entity Framework 5.0 Beta 1 bietet in Verbindung mit Visual Studio "11" Beta umfangreiche Verbesserungen sowohl beim Designer als auch beim Mapping. Zu letzterem unterstützt Entity Framework jetzt Enum (Wertenumerationen), die SQL-Typen Geometry und Geography sowie Stored Procedures mit mehreren verschiedenen Resultsets und Table-Valued-Functions (TVF).

Highlight im Designer in Visual Studio "11" ist die Unterstützung mehrerer verschiedener Diagramme für ein einziges Objektmodell. Bisher war die Arbeit mit großen Modellen eine Qual. Nun kann man ein Modell in beliebig viele unabhängige Diagrammflächen aufteilen. Eine Entität kann dabei in mehreren Diagrammflächen erscheinen und mit Move to a new Diagram verschoben werden. Mit Include Related nimmt der Entwickler automatisch verbundene Entitäten in eine Diagrammfläche auf. Die Diagramminformationen speichert Visual Studio schließlich in einer getrennten Datei (modell.edmx.diagramm), nicht mehr in den .edmx-Dateien selbst.

Mit Move Properties kann der Entwickler in einem Diagramm die Reihenfolge der Attribute in der Entität ändern. Beim Markieren einer Assoziation werden die beteiligen Primär- und Fremdschlüsselattribute nun fett hervorgehoben (Selection Driven Highlighting).

Für das Reverse Engineering bestehender Datenbanken gibt es zwei schöne Neuerungen im Assistenten: Das neue Häkchen "Import selected Stored Procedures and functions into the Entity Model" legt nun direkt im Sinne eines "Batch Import" für alle ausgewählten Elemente den Programmcode an, den man bisher für jede einzelne Stored Procedure mühsam zusammenklicken musste. Die Arbeit mit vielen Stored Procedures wird so wesentlich angenehmer. Über den "Update Model from Database"-Assistenten kann man nun bei "Refresh" die Entitäten wählen, die aktualisiert werden sollen.

Im Bereich der Leistung des OR-Mappers hat Microsoft vor allem beim Table-Per-Type-Mapping (TPT) Verbesserungen umgesetzt. Zudem werden jetzt alle LINQ-to-Entities-Befehle kompiliert. Zuvor musste ein Entwickler das selbst machen, was oft vernachlässigt wurde, auch wenn größere Leistungssteigerungen bei wiederholten Abfragen damit möglich waren.

Entity Framework 5.0 soll zusammen mit dem .NET Framework 4.5 erscheinen. Das Entity-Entwicklungsteam hat sich bewusst von der Versionszählung des Frameworks losgelöst und will auch zukünftig neue Versionen in schnellerer Folge als das Mutter-Framework bringen. Das Entity-Framework-Team hatte im Oktober 2011 erklärt, dass es dennoch einige Abhängigkeiten zu .NET 4.5 gibt. Daher kann Entity Framework 5.0 erst mit und nur für .NET 4.5 erscheinen.