Analyse und Design mit UML 2.3: Objektorientierte Softwareentwicklung

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Bernd Oestereich

9. Auflage
München 2009
Oldenbourg Wissenschaftsverlag
414 Seiten
€ 44,80
ISBN 978-3-486-58855-2

Wer UML (Unified Modeling Language) lernen möchte, kann einen Kurs dazu besuchen oder sich im Dschungel der UML-Bücher eines aussuchen und im Selbststudium erlernen. Eines der wirklich guten Werke aus dem Bereich der UML ist das mittlerweile in der neunten Auflage erschienene Buch, bei dem Bernd Oestereich erstmals einen Mitautor, Stefan Bremer, hinzugezogen hat. Oestereich ist dem aufmerksamen Besucher von heise Developer vielleicht als einer der Blog-Autoren des Online-Channels bekannt oder eventuell als Sprecher auf diversen Kongressen beziehungsweise als Autor anderer Bücher. Als Leserschaft des Buchs sehen Verlag und Autor Softwareentwickler, Projektleiter und Studierende der Informatik. Dem lässt sich voll und ganz zustimmen.

Klassiker der Softwareentwicklung

Ansprechend ist die Herangehensweise im Buch, denn Oestereich führt in die Grundlagen der objektorientierten Analyse und des Designs ein und benutzt dabei als Hilfs- und Ausdrucksmittel die UML. Als Beispiel im Buch wird ein Auto-Reservierungssystem behandelt (wer die Seminare von Oestereichs Firma oose.de besucht hat, der kennt auch das Statt-Auto-Beispiel), das mit den Mitteln der UML beschrieben wird.

Das Buch ist in die Bereiche Einführung, Grundkonzepte der Objektorientierung, Methodik und UML-Grundlagen unterteilt. Es schließt mit einem Anhang, der ein ausführliches Glossar, Übersetzungen, Literaturverweise und einen Index enthält. In der Einführung handelt Oestereich die besonderen Merkmale objektorientierter Softwareentwicklung, die Geschichte der UML sowie objektorientierte Methoden ab und zeigt Unterschiede zu den alten Methoden auf. Das zweite Kapitel führt in die Grundbegriffe und -konzepte der Objektorientierung ein, erfahrene Leser können dieses Kapitel sicherlich überspringen. Im Kapitel zur Methodik behandelt der Autor am erwähnten Beispiel die Konzepte der UML im Bereich Analyse und Design. Der Abschnitt zu den UML-Grundlagen bespricht diese ausführlich (immerhin der größte Bereich des Buches). Lehrreich sind die eingestreuten Hinweise, etwa zu UML 1.x, bei denen sich Bestandteile stark verändert haben.

Bei den ersten beiden Kapiteln (Einführung und Grundkonzepte der Objektorientierung) ist es praktisch, dass Tipps mit weiterführender Literatur die Kapitel beenden. Erwähnung müssen auch die überaus liebevoll gestalteten Figuren finden, die an passenden Stellen im Buch eingestreut sind (einigen vielleicht auch von den oose-UML-Tassen her bekannt).

Die Änderungen gegenüber der achten Auflage (Stand UML 2.1) sind nicht so schwergewichtig, denn in UML 2.2 sind als wichtigste Neuerung das Profildiagramm hinzugekommen, das Abhängigkeiten von Profilen darstellt. Die Version 2.3 hingegen enthält größtenteils interne Änderungen und Überarbeitungen (also die Änderungen im Metamodell).

Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass Oestereichs Werk das deutschsprachige Standardwerk zur UML ist. Jedem, der sich mit der Unified Modeling Language auseinandersetzen möchte, sei es wärmstens empfohlen. Ob man die aktuelle Auflage mit den Neuerungen zu UML 2.3 liest oder ob ein altes, vom Kollegen ausgeliehenes Buch der achten Auflage ausreicht, sei jedem selber überlassen. Schön ist jedenfalls das UML-Poster, das sich gut an der Wand im Büro macht und es so richtig aufwertet. (Karsten Kisser) / (ane)